Erklärung der Bürgermeister

Folgen des Coronavirus: Bürger sollen Rathäuser im Kreisteil Hofgeismar meiden

+
Ernste Lage: Die Sitzung der Gemeindevertretung von Wesertal am Donnerstagabend (links der beauftragte Bürgermeister Cornelius Turrey, dahinter der Vorsitzende Hubert Henne) könnte auf längere Zeit eines ihrer letzten Treffen gewesen sein, denn Veranstaltungen mit gemeindlicher Beteiligung sollen vermieden werden. 

Die Coronakrise trifft den Alltag im Kreisteil Hofgeismar. Es geht unter anderem um Veranstaltungen und die Dienstleistungen der Verwaltungen.

Der Verwaltungschef der Gemeinde Wesertal, Cornelius Turrey, hatte es schon vorausgeahnt, als er in der Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend die Absage von Feuerwehrversammlungen, des Dorfmittags und von Gesangvereinsproben bekannt gab. Auch alle Veranstaltungen mit gemeindlicher Beteiligung müssen abgesagt werden: „Dass kann auch die Gemeindevertretungen betreffen. Vielleicht war das erst mal unsere letzte Sitzung heute.“

Die Bürgermeister des Kreisteils Hofgeismar trafen sich am in Hofgeismar, um ein gemeinsames Vorgehen nach der Allgemeinverfügung des Landkreises Kassel bezüglich Covid-19 abzusprechen. Wir haben die wichtigsten Punkte aus einer gemeinsamen Erklärung und zusätzliche Aspekte, die das öffentliche Leben betreffen, zusammengestellt.

Kindergärten

Die hessischen Kindertagesstätten sollen auf Vorgabe der Landesregierung geschlossen werden. Eine Betreuung soll nur für einen bestimmten Personenkreis gewährleistet sein: für Kinder, deren Eltern in Bereichen wie Feuerwehr, Polizei und Medizin tätig sind. Am Freitagabend, kurz nach dem Beschluss der Landesregierung, war der Landkreis noch in Abstimmung mit den Kommunen über die genaue Vorgehensweise dabei. Neues dazu will der Landkreis zeitnah auf seiner Internetseite landkreiskassel.de veröffentlichen.

Schwimmbäder

Diese bleiben Stand Freitagmittag vorerst geöffnet. Die aktuelle Lage wird mit dem Hessischen Sozialministerium und dem Gesundheitsamt abgestimmt.

Vereine

Allen Vereinen wird empfohlen, ihre Versammlungen bis zum 19. April abzusagen. Städtische Vertreter werden bis dahin an Versammlungen nicht teilnehmen.

Museen/Büchereien

Diese bleiben geöffnet, spezielle Veranstaltungen werden abgesagt. Alle Besucher müssen sich allerdings in Listen eintragen.

Sitzungen

Alle öffentlichen Sitzungen der gemeindlichen Gremien werden ab sofort bis zum 19. April abgesagt, heißt es von den Bürgermeistern in ihrer Erklärung weiter.

Besuch in Rathäusern

Alle Bürger werden gebeten, bis zum 19. April möglichst die Rathäuser nicht aufzusuchen beziehungsweise diese Besuche auf das absolut notwendige Maß zu beschränken. Es wird empfohlen, vor einem anstehenden Besuch einen vorherigen Telefonkontakt zu nutzen.

Jubiläen

Mit Rücksicht auf den besonders gefährdeten Personenkreis werden die Kommunen bis zum 19. April keine Besuche aus Anlass von Geburtstagen oder Ehejubiläen vornehmen.

Veranstaltungen

Alle städtischen Veranstaltungen bis zum 19. April werden abgesagt. Alle Veranstaltungen über 1000 Teilnehmer sind bis mindestens 10. April untersagt. Ausnahmen sind nicht zulässig. Alle Veranstaltungen unter 1000 Teilnehmern, die öffentlich zugänglich sind, erhalten bis 19. April keine Genehmigung. Bei sonstigen Veranstaltungen wird Veranstaltern empfohlen, eine Teilnehmerliste mit Name, Anschrift und Datum zu erstellen. Damit sollen im Falle einer Infektion Kontaktpersonen festgestellt werden können. In der Stadthalle und den Dorfgemeinschaftshäusern werden bis 19. April keine neuen Zusagen erteilt. 

Bei gebuchten Terminen werden die Veranstalter aufgefordert, eine Teilnehmerliste zu erstellen. Eine der größten geplanten Veranstaltungen in nächster Zeit war das Musikfestival Terminal of Rock am Kassel Airport, das am 21. März stattfinden sollte. Das Event sei angesichts der Coronakrise abgesagt, erklären die Veranstalter. Ein Nachholtermin stehe allerdings schon fest: Am 4. September soll das Festival nun in der Abflughalle in Calden stattfinden. Schon gekaufte Karten würden ihre Gültigkeit behalten.

Kirchenkreis

Im Kirchenkreis Hofgeismar-Wolfhagen sei bis auf Weiteres mit Gottesdienstabsagen zu rechnen. Das gelte mindestens bis zum Palmsonntag, 5. April, erklärte Dekan Wolfgang Heinicke am Freitag. Für die Karwoche wolle man die Lage dann aktuell beobachten, auch bei den Konfirmationen wolle man überlegen, ob diese verschoben oder in abgespeckter Form gefeiert werden könnten. Dr. Beate Hofmann, Bischöfin der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), will sich am Sonntag, 15. März, in einem Videogottesdienst an die Gläubigen wenden (ekkw.de).

Bistum

Die katholischen Gottesdienste im Bistum Fulda finden an diesem Wochenende statt, soweit die örtlichen kommunalen Behörden keine Einschränkungen erlassen haben. Die katholischen Kirchen der Diözese bleiben weiter als Ort der Seelsorge und des Gebetes geöffnet, teilt das Bistum mit. Darüber hinaus hat das Bistum Fulda alle Kirchengemeinden angewiesen, sämtliche anderen Veranstaltungen bis zum 3. April auszusetzen. Für katholische Schulen und Kindertagesstätten gelten die Entscheidungen der staatlichen Stellen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.