Mit Freiwilligendienst Orientierung finden

Vom Freiwilligendienst begeistert: Martin Sternicki (von links), Ruth Battefeld (Diakonie Hessen), Miriam Höster, Walburga Eberhardt (FED) und Florian Arnold halten den Freiwilligendienst für eine sehr gute Einrichtung. Foto: G. Hoffmann

Hofgeismar. Freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr, Bundesfreiwilligendienst - welcher junge Mensch übernimmt diese Aufgaben und warum? Wir hörten uns um.

„Ich wollte einen Einstieg in die Berufswelt, ohne gleich Verantwortung übernehmen zu müssen. Mir war es wichtig, nicht nur die Strukturen in einem Betrieb kennen zu lernen, sondern auch herauszufinden, was ich gut kann und was nicht“, sagt Martin Sternicki. Er bekam von einem Freund den Tipp, sich in einem freiwilligen sozialen Jahr zu engagieren. Seine Wahl fiel auf die Werkstätten der Baunataler Diakonie (bdks) in Hofgeismar.

Hier lernte er unter anderem das Zusammenspiel aus sozialer Förderung und Produktion kennen. Und er musste Verantwortung übernehmen: Zu seinen Aufgaben zählte die Koordination und Organisation in der Werkstatt, aber auch die Übernahme des Fahrdienstes. „Die vertrauen mir“, sagt der 19-Jährige. Nach der Realschule versuchte sich Florian Arnold zunächst als Erzieher, Fliesenleger, Koch und Bäcker, musste jedoch feststellen, dass das nichts für ihn war. Die Arbeit mit Menschen mit Handicap kombiniert mit der Tätigkeit eines Gärtners trifft jedoch voll und ganz seine Talente. Er mag es, mit den Menschen zu reden, ihre Vertrauensperson und Ansprechpartner zu sein. „Zu merken, dass einem die Gruppe von Tag zu Tag mehr Vertrauen entgegenbringt, ist schon toll“, berichtet der 23-Jährige.

Miriam Höster wusste nach dem Abitur nicht, was sie machen wollte. „Der Bundesfreiwilligendienst hat mich sehr angesprochen“, sagt die 19-Jährige, die nun für den Familien Entlastenden Dienst Hofgeismar (FED) tätig ist. Hier hat sie die Schulbetreuung für einen Jungen in der Grundschule übernommen. „Wenn er Hilfe braucht, bin ich da“, erklärt sie. Unterstützung findet Miriam Höster bei ihren Eltern. Unter anderem auch finanziell. Denn das Taschen- und Verpflegungsgeld von insgesamt etwa 400 Euro reicht nicht zum Unterhalt einer eigenen Wohnung.

„Mein Vater war der Meinung, man hätte das Jahr besser nutzen können“, sagt Martin Sternicki, „aber ansonsten habe ich sehr positive Resonanzen bekommen, nachdem ich erst einmal mit den Vorurteilen aufgeräumt habe.“ „Du sitzt da doch nur rum und wartest deine Zeit ab“, lautete eines dieser Vorurteile. „Aber das ist da ganz und gar nicht so. Showtime ist, wenn der Gruppenleiter weg ist.“

Alle drei sind sich einig: . Das Jahr in der Praxis hat ihnen gut getan und geholfen, sich für den weiteren Weg zu orientieren. Während Florian Arnold bei der bdks bleiben möchte, hat sich Miriam Höster für eine andere Ausbildung entschieden. Martin Sternicki wird Medienwissenschaften studieren.

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