Freunde der Modelleisenbahn spielen seit 25 Jahren in Hofgeismar

Legofan: Hans Friedrich (Wuppertal) hat ganze Züge aus den kleinen Steinen nachgebaut.

Hofgeismar. Als Pfarrer Rudolf Schmidt und Modellbahnfan Jens Bönning vor 25 Jahren einen Weg suchten, Kindern die Angst vor dem Besuch im Altenheim zu nehmen, dachte niemand, dass dies zu einer solchen Erfolgsgeschichte werden könnte.

Und doch verwandelt sich seit 25 Jahren an jedem Pfingstfest die Festhalle in ein großes Spielzimmer der ganz besonderen Art.

Es entsteht eine faszinierende Miniaturwelt, die nicht nur Bewohner, sondern Besucher jeden Alters anzieht - und das seit 1991, eigens in einer kleinen Ausstellung dokumentiert. „Wir planen, diese schöne Tradition auch noch lange weiter zu machen“, versichert Anita Theel und nimmt damit dem neuen Verwaltungsdirektor der Evangelischen Altenhilfe, Klaus Vering, eine Angst. Dieser hatte befürchtet, das Jubiläum könne zu einer vorläufigen Abschlussveranstaltung werden. Schließlich seien die verantwortlichen Hobby-Eisenbahner „stark an die 80“.

Von Anfang an dabei sind unter anderm Jörg und Anita Theel. Das Ehepaar aus Liebenau verwandelt, unterstützt durch weitere Eisenbahnfreunde, jedes Jahr die Festhalle am Café Gesundbrunnen in einen Traum für jeden Modelleisenbahner und solche, die es werden könnten. Dafür werden rund 150 Meter Schienen auf einer zusammenhängenden Tischkonstruktion verlegt - beeindruckende für Menschen, die Modellbahnen eher aus Kinderzimmern kennen. Diesmal wurde sogar noch angebaut. Denn im Jubiläumsjahr mit dem Thema Schweiz wurde auch ein Bergmassiv errichtet, mit Zahnradbahn und Ausflugslokal auf der Spitze. Alle beteiligten Herren - Anita Theel ist die einzige Dame in der Runde - steuern etwas zu der riesigen Anlage bei.

Während Jörg Theel (68) für technischen Hintergrund, Planung und Besetzung sorgt, übernimmt Anita Theel die Dekoration. Dabei ist die 65-Jährige sehr erfindungsreich, was Motive und Materialien angeht: „Überall, wo ich hinkomme sammele ich Ideen“. Und damit hat sie viel zu tun, denn jedes Jahr stellen sich die Modellbaufreunde ein anderes Länder-Motto, je nachdem, welche Züge vorhanden sind oder wonach der Gruppe der Sinn steht.

Im Dauereinsatz

Für die Ausstellung in Hofgeismar hatten die Modellbahnfreunde alle Hände voll zu tun: Schienen und Kulissen wurden seit Donnerstag gebracht und aufgebaut, betreut und am Montag wieder abgebaut. Gelegentlich werden auch andere Ausstellungen besucht, doch die Altenhilfe ist für sie etwas Besonderes: „Ausgangspunkt war die Idee, den Bewohnern an Pfingsten ein Ausflugsziel zu bieten, wenn sie Besuch bekommen“, erläutern sie. Für Jung und Alt gibt es immer viel zu sehen, zu erfahren und auszuprobieren. Über das Pfingstwochenende sind Theels im Dauereinsatz, erklären, freuen sich über Interessierte und Bekannte, denn sie „haben hier echtes Stammpublikum“.

Und was man hört bestätigt das: „Wir sind da früher immer mit den Kindern hingegangen“, berichtet eine Mitarbeiterin der Altenhilfe. Und ein Bewohner: „Da gibt es immer was Neues zu entdecken: neue Feinheiten, kleine Situationen, außergewöhnliche Modelle, und alles ist mit Liebe zum Detail gemacht“.

Früher gab es auch noch eine größere Bahn draußen, auf der Personen mitfahren konnten. Sie kommt nun nicht mehr zum Einsatz. „Die Bahn gehörte einem unserer Mitstreiter, sie musste immer antransportiert werden“, so Jörg Theel. Außerdem ist ein Führerschein notwendig, um sie zu fahren. Den hat Jörg Theel zwar gemacht, aber der Betreuungsaufwand war einfach extrem hoch.

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