Sanierung kann bis zu 600.000 Euro kosten

Frischekur für altes Lippoldsberger Pfarrhaus

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Historisches Gelände: Der Steinbau aus der Barockzeit gehört zur alten Kernbebauung um das Lippoldsberger Kloster.

Umstellen müssen sich in den kommenden zwei Jahren die Besucher des evangelischen Pfarramtes und des benachbarten Gemeindesaales in Lippoldsberg: Sanierungen stehen an.

Das Pfarrhaus wird vom Dach bis zum Keller saniert und muss deshalb komplett ausgeräumt werden. Ein Teil der Materialien wird in der sogenannten Winterkirche nebenan eingelagert, die deshalb eingeschränkt nutzbar wird. Ins Dachgeschoss zieht das Pfarrbüro ein.

Die Gesamtkosten werden auf bis zu 600.000 Euro geschätzt. Konkret ermittelt sind aber erst die 260 000 Euro für den ersten Bauabschnitt mit Sanierung von Dach, Fassaden und Fenstern. 60.000 Euro dafür stammen als Zuschuss vom Bund. Der Landkreis Kassel hatte sich dafür eingesetzt, dass das 1688 erbaute und 1899 noch um ein Stockwerk erhöhte Pfarrhaus aus der Dorfentwicklung gefördert wird und damit das erste öffentliche Objekt in der Dorferneuerung in der Gemeinde Wesertal ist. Der Höchstbetrag an Förderung wurde möglich, weil es sich bei dem denkmalgeschützten Gebäude um einen Teil der alten Kernbebauung rund um das Kloster Lippoldsberg handelt, erläuterten Vizelandrat Andreas Siebert und Peter Nissen vom Servicezentrum Regionalentwicklung bei der Übergabe des Bescheides.

Die Rückseite erhält einen neuen Zugang.

Im zweiten Bauabschnitt folgen die Sanierung des Kamins, des Vordachs und des Freisitzes sowie der gesamte Innenausbau. Dazu gehören eine Neuordnung der Räume, neue Heizung, Strom- und Wasserinstallation sowie ein barrierefreier Zugang einschließlich Besuchertoilette.

Die Gebäudeschäden sind teilweise durch falsche Materialwahl bei früheren Sanierungen entstanden. So stößt das Mauerwerk den Putz ab und es läuft Wasser ins Gebäude, dessen bis zu 80 Zentimeter dicke Wände nicht isoliert sind.

„Das ist keine Luxussanierung, sondern zum Erhalt dringend nötig“, sagt Pfarrer Christian Trappe, der vor 21 Jahren den ersten Sanierungsantrag bei der Landeskirche einreichte. Profitieren werden vor allem seine Nachfolger, wenn er in einigen Jahren in Ruhestand geht.

Fenster verfault: Ortstermin mit Cornelius Turrey, Peter Nissen, Pfarrer Trappe und Vizelandrat Siebert.

Nachdem es verschiedene Planungen gab – vom Komplettabriss und Neubau bis zum Abtrag eines Geschosses – stimmte die Landeskirche am Ende auch aus Kostengründen einer Sanierung zu, obwohl es mit 480 Quadratmeter Nutzfläche größer ist als die aktuellen Pfarrhausrichtlinien erlauben. Das sei nach den Debatten über die Gemeindezuschnitte ein langfristiges Bekenntnis zum Pfarreistandort Lippoldsberg, der auch wegen seiner Klosterkirche nationale Bedeutung habe, hieß es.

In wenigen Tagen wird ein Gerüst aufgebaut und das Abschlagen des Putzes beginnt, im März beginnt der Auszug aus dem Pfarrhaus. Dann ist man in Lippoldsberg auch gespannt darauf, ob und welche Geheimnisse das alte Gebäude freigibt. Bei Baustellenbesichtigungen sollen die Einwohner über den Fortgang der Arbeiten informiert werden.

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