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Kirchenmann Rudolf Schmidt mit 84 Jahren gestorben

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Von: Thomas Thiele

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War als Gesprächspartner sehr geschätzt: Prälat i.R. Rudolf Schmidt. Archivfoto: Media TV Socher
War als Gesprächspartner sehr geschätzt: Prälat i.R. Rudolf Schmidt. © Karsten Socher

Er war eine prominente und prägende Persönlichkeit in der evangelischen Landeskirche von Kurhessen-Waldeck. Jetzt ist Rudolf Schmidt in Hofgeismar gestorben.

Hofgeismar.– Trauer in Hofgeismar und der Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW): Prälat i. R. Kirchenrat Rudolf Schmidt ist vergangene Woche im Alter von 84 Jahren in Hofgeismar gestorben. Er war vor allem bekannt als Leitender Pfarrer der Evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen und als Vertreter des Bischofs der EKKW von 1995 bis 2003. „hoch engagierten, strategisch denkenden und wertschätzenden Menschen“ sowie als „Vorbild für freiwilliges Engagement“ würdigt Bischöfin Dr. Beate Hofmann den Verstorbenen.

Rudolf Schmidt wurde am 30. Januar 1938 in Siegen geboren. Er studierte nach seinem Abitur in Dillenburg Evangelische Theologie in Marburg und Tübingen. Sein Vikariat absolvierte er an der Kasseler Karlskirche. Nach seiner Ordination 1967 war Schmidt zunächst als Hilfspfarrer an der Evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen Hofgeismar tätig, bis er von 1969 bis 1972 Pfarrer seiner ehemaligen Vikariatsgemeinde, der Kasseler Karlskirche, wurde.

Von 1973 bis 1994 war Rudolf Schmidt Leitender Pfarrer der Evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen. In dieser Zeit trug er entscheidend zur Profilierung und Ausdehnung der Evangelischen Altenhilfe im Bereich der Landeskirche bei.

„Er war überall, kannte jeden Mitarbeitenden und jede Schraube, persönlich zugewandt, informiert, entscheidungsstark“ – so beschreiben ihn Wegbegleiter.

Auch als Prälat hat Schmidt bleibende Spuren hinterlassen: Kreativ und beherzt begleitete er den Übergang von der „Theologenschwemme zum Mangel“ sowie die Einführung der flächendeckenden Notfallseelsorge. In seiner achtjährigen Amtszeit habe er über 2500 Gespräche mit den angehenden Pfarrern geführt, berichtete Schmidt bei seinem Abschied aus dem Prälatenamt.

Über sein Amt hinaus hatte sich Schmidt in verschiedenen Bereichen bis ins hohe Alter engagiert: als Vorstandsvorsitzender der Stiftung Kurhessisches Diakonissenhaus Kassel, als Aufsichtsratsvorsitzender des DGK Diakonie-Gesundheitszentrums Kassel, als Aufsichtsratsvorsitzender der Bruderhilfe Sachversicherung Kassel, als Mitglied im Aufsichtsrat der Evangelischen Kreditgenossenschaft Kassel und der PAX- Familienfürsorge-Krankenversicherung, als Kurator des Kuratoriums Deutsche Altershilfe sowie als Vorstandsvorsitzender der Stiftung ProAlter.

Und auch ganz praktisch brachte er sich in seinem Umfeld ein, etwa im Café der Altenhilfe Hofgeismar. Er organisierte den Freiwilligendienst im Heimempfang und sprang während der Corona-Pandemie als Freiwilliger zur Eingangskontrolle ein. Auch die Sanierung des Brunnentempels mithilfe eines von ihm gegründeten Fördervereins trieb Schmidt voran und sorgte auch dafür, dass die durch Vandalismus zerstörten Bänke im Brunnenpark Hofgeismar ersetzt wurden. Als Liebhaber alter Blecheisenbahnen ermöglichte er zudem zahlreiche Treffen von Modellbahnfans in Hofgeismar.

Für seine Arbeit wurde Rudolf Schmidt vielfach ausgezeichnet: So erhielt er 1989 den Ehrentitel „Kirchenrat“ der Evangelischen Kirchen von Kurhessen-Waldeck, das Goldene Kronenkreuz der Diakonie, im Jahr 1994 das Ehrenschild in Gold des Landkreises Kassel sowie im Jahr 2013 das Bundesverdienstkreuz für seinen Einsatz „für Selbstbestimmung und Lebensqualität älterer Menschen“ durch den damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck.

Schmidt hinterlässt seine Ehefrau, drei erwachsene Töchter und acht Enkel.

Die Trauerfeier findet am Freitag, 5. August, ab 13 Uhr in der Altstädter Kirche in Hofgeismar statt. Die Beisetzung erfolgt im engsten Familienkreis  (Thomas Thiele)

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