Sie sind die heimlichen Stars

Zuwachs im Tierpark Sababurg: Fünf junge Wölfe sind eingezogen

Warten auf Futter: Die Wölfe bekommen hin und wieder auch ganze Tiere serviert, weil sie die Innereien benötigen. Skelettreste sind im Bild noch zu sehen. Meist erhalten sie kleinere Rindfleischstücke oder tote Küken.
+
Warten auf Futter: Die Wölfe bekommen hin und wieder auch ganze Tiere serviert, weil sie die Innereien benötigen. Skelettreste sind im Bild noch zu sehen. Meist erhalten sie kleinere Rindfleischstücke oder tote Küken.

Zuletzt brauchten Besucher viel Glück oder Geduld, um im Tierpark Sababurg einen der Wölfe zu erspähen. Nun hat sich etwas im Gehege getan.

Sababurg – Schaufütterungen sind wegen Corona seit geraumer Zeit eingestellt und im Sommer verhinderte das Laub oft tiefere Einblicke. Jetzt im Winter ist nicht nur das Laub dünner, sondern es ist auch mehr Bewegung im Gehege – die Wolfstruppe wurde deutlich verjüngt.

Die beiden Altwölfe Fenri und Aaron sind 15 beziehungsweise zwölf Jahre alt und sind jetzt in den abgetrennten unteren Bereich des Geheges umgezogen. Der größere obere Bereich wird nun von fünf männlichen Wölfen erkundet, die aus dem Tierpark Sainte Croix nahe Straßburg geholt wurden. 2016 wurden Gepeto und Gaou geboren, Pep’s ist zwei Jahre alt und Ricky und Rouky stammen aus dem Jahrgang 2020.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen HNA-Newsletter mit den besten Storys aus dem Kreis Kassel, um immer auf dem neusten Stand zu bleiben.

Neue Wölfe für den Tierpark Sababurg: Viele Tierparks haben die Zucht eingestellt

Die neuen Tiere zu bekommen war nicht einfach, wie Tierparkleiter Uwe Pietsch berichtet: „Wir haben fast alle Wolfshalter in Deutschland abgefragt, aber erst in Frankreich sind wir fündig geworden.“ Grund ist, dass viele Tierparks die Zucht eingestellt haben, weil der Nachwuchs schwer unterzubringen ist. Auch in Sababurg gibt es deshalb derzeit nur Jungs im Gehege, ein weibliches Tier ist schon länger nicht mehr darunter. Das sei auch stressfreier in der Haltung.

Wölfe gibt es im Tierpark Sababurg schon seit 30 Jahren. Aus dem ersten Trio mit zwei Rüden und einer Fähe von 1991 wurden rasch mehr Tiere. In der Spitzenzeit waren bis zu 16 Tiere im Gehege, das mehrfach erweitert wurde.

Ungewöhnlich für Wölfe: Futtersuche im Wasser.

Tierpark Sababurg: Europäische Wölfe sind in der Region früher heimisch gewesen

Die Wölfe gehören neben den Erdmännchen zu den besonderen Besuchermagneten des Parks. Viele Besucher kommen sogar nur wegen der Wölfe, vor allem Hundebesitzer, die ihren Tieren einmal deren Urvater zeigen wollen, schildert Sarah Mascher als Chefin der Tierpfleger. So ein bisschen Grusel in den Köpfen sei immer noch dabei, wenn die Besucher den Wölfen gegenüber stehen.

Dabei gebe es auch oft Debatten darüber, ob und wie gefährlich Wölfe in der freien Natur seien, berichtet die Zoologin Dr. Sandy Walgenbach aus ihrer Arbeit. Die europäischen Wölfe seien in der Region früher heimisch gewesen und es sei deshalb für den Tierpark auch als Bildungseinrichtung sehr attraktiv sie zu halten, „auch wenn man über die Haltung in Gefangenschaft streiten kann“. In Deutschland gibt es aktuell in freier Natur bereits 157 Wolfsrudel, 19 Einzeltiere und 27 Paare.

„Und alle Besucher fragen nach den Wölfen, weil sie so faszinierend sind“, ergänzt Sarah Mascher. Wenn es wieder Führungen gibt, können sicher weitere Zweifel abgebaut werden.

Kürzlich hat die Tierrechtsorganisation Peta (Stuttgart) den Tierpark Sababurg und sieben weitere deutsche Tierparks bei der Staatsanwaltschaft wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz angezeigt. Grund dafür sind nicht die Wölfe. (Thomas Thiele)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.