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Für mehr Nachhaltigkeit: Pfadfinder in Immenhausen arbeiten schon lange umweltbewusst

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Von: Bernd Schünemann

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Geschäftsführerin Ann-Kathrin Schmidt (links) und Assistentin Maya Schöffel stehen an einem der Streuobst-Apfelbäume vor dem Waschhaus. Die Häuser des Zentrums werden zentral von einer Holzhackschnitzel-Anlage beheizt.
Geschäftsführerin Ann-Kathrin Schmidt (links) und Assistentin Maya Schöffel stehen an einem der Streuobst-Apfelbäume vor dem Waschhaus. Die Häuser des Zentrums werden zentral von einer Holzhackschnitzel-Anlage beheizt. © Bernd Schünemann

Im Zentrum Pfadfinden in Immenhausen wird das Thema Nachhaltigkeit schon lange groß geschrieben. Das Ziel: Klimaneutral werden.

Immenhausen – Nachhaltigkeit liegt Pfadfindern gewissermaßen im Blut. Sie treffen sich zu ihren Lager und kommen dort ohne Strom aus. Sie zünden Kerzen an statt elektrischem Licht. Sie wissen, wie sie Essen zubereiten am Lagerfeuer und sie schlafen in Zelten. Nicht nur diese überlieferten Pfadfinder-Tugenden sind nachhaltig. Für den Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) mit Sitz in Immenhausen, dem bundesweit rund 30 000 junge Menschen angehören, ist das seit Jahren ein wichtiges Thema. 2018 hat die Bundesversammlung, das oberste Gremium des Bundes, Nachhaltigkeitsregeln für das Zentrum Pfadfinden aufgestellt.

Wichtige Anstöße gibt Vorstandsmitglied Alexander Schmidt. Er achtet darauf, dass die verantwortlichen Mitglieder „aus der Komfortzone rauskommen und kritisch reflektieren.“ Seine Vision: „Dass wir klimaneutral werden.“

Nachhaltig leben ist nicht immer einfach

Dass Nachhaltigkeit nicht immer einfach ist, erläutert Miriam Steen, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, am Beispiel der Pfadfinderkluft. Um das Fairtrade-Siegel zu bekommen, müsse die komplette Lieferkette zertifiziert sein. Die Baumwolle für die strapazierfähige Kleidung stammt aus Zentralasien, das Garn aus Portugal. Die Gewebeproduktion (Weben, Färben, Ausrüsten) erfolgt in Frankreich. Daraus werden in Nordmazedonien schließlich Kluften und Halstücher gefertigt, die per Lastwagen in ein Lager nach Nordrhein-Westfalen geliefert werden.

Für die Pfadfindergruppen, die sich mit Verpflegung im Zentrum einquartieren, gibt es schon seit Jahren vegetarische Ernährung. Andere Gruppen – beispielsweise Schulklassen – bekommen Fleisch. Aber auch ihnen wird vor allem vegetarisches Essen angeboten, sagt Geschäftsführerin Ann-Kathrin Schmidt. Eingekauft wird bei heimischen oder regionalen Unternehmen. Die Bäckerei Gerlach liefert Brot und Brötchen. Wenn Fleisch oder Wurst gebraucht werden, werden die bei der Fleischerei Köhler gekauft.

Pfadfinder haben Nachhaltigkeit immer im Fokus

Daniela Schulz aus Immenhausen (links, zuständig für Hauswirtschaft) erläutert Pfadfinderinnen das vegetarische Büfett. Das Zentrum Pfadfinden kauft möglichst Produkte aus der Region für seine Besucher.
Daniela Schulz aus Immenhausen (links, zuständig für Hauswirtschaft) erläutert Pfadfinderinnen das vegetarische Büfett. Das Zentrum Pfadfinden kauft möglichst Produkte aus der Region für seine Besucher. ©  Paavo Blafield / BdP /nh

Umweltfreundliche Baustoffe sind ebenfalls schon seit Jahren selbstverständlich. In den Tagungs- und Gruppenhäusern wurden Holz und Lehm verbaut – soweit möglich, von heimischen Handwerkern. Büromaterial kauft der Verband ebenfalls möglichst umweltverträglich. Das geht hin bis zu den Lieferboxen, die wiederverwendet werden.

Den Mitarbeitern in Immenhausen wolle man künftig eine freiwillige Befragung anbieten, wie sie zum Zentrum in Immenhausen kommen. So könne der ökologische Fußabdruck ermittelt werden, sagt Ann-Kathrin Schmidt. Dann solle gemeinsam überlegt werden, ob umweltfreundlichere Lösungen möglich sind.

Das Leitungsteam überlege außerdem, ob der CO2-Ausstoß dafür durch Baumpflanzungen ausgeglichen werden könne. Diese Nachhaltigkeit gehe bis in die Gruppen vor Ort. Viele Mitglieder verkaufen ihre Kluften, wenn sie rausgewachsen sind, an Jüngere. Längere Nutzung sei bekanntlich besser als ein Neukauf. Auf das, was sie erreicht haben, blicken die Pfadfinder mit Zufriedenheit. Das wollen sie künftig stärker zeigen. „Was wir machen, wollen wir jetzt auch stärker nach außen tragen“, sagt Geschäftsführerin Schmidt. Mehr Infos gibt es online beim Zentrum Pfadfinden. (Bernd Schünemann)

UN-Ziele zur nachhaltigen Entwicklung – Pfadfinder auf gutem Weg

17 Ziele zur nachhaltigen Entwicklung haben 196 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen 2015 verabschiedet. Sie dienen dem Streben nach einer nachhaltigeren Welt und sollen bis 2030 erreicht sein. Nicht alle Ziele können im Zentrum Pfadfinden und beim Bund der Pfadfinder umgesetzt werden. Geschäftsführerin Ann-Kathrin Schmidt und Maya Schöffel, zuständig unter anderem für Bauprojekte, sehen das Zentrum und den Bund gut aufgestellt. Geschlechtergerechtigkeit, hochwertige Bildung, weniger Ungleichheit, nachhaltiger Konsum sowie Maßnahmen zum Klimaschutz und saubere Energie hätten beide Einrichtungen umgesetzt bzw. bereits erreicht.

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