Bolzplatz Hohes Feld: Anwohner kritisieren Stadt Hofgeismar

Hofgeismar. Anwohner aus dem Wohngebiet Hohes Feld fürchten um ihren Bolzplatz: Dort wo Kinder im Fußball spielen, soll ein Gebäude für ein Bestattungsunternehmen gebaut werden.

„Durch Gerüchte ist uns das Ganze zu Ohren gekommen“, sagt Anwohner Jörg Georges. So etwas wie Transparenz gebe es bei der Stadt Hofgeismar ja leider nicht, kritisiert er. Warum ausgerechnet auf diese Wiese, die im Sommer gerne mal von bis zu 30 Kindern besucht werde, ein Bestattungsunternehmen Platz finden soll, will dem Hofgeismarer nicht einleuchten: „Es gibt so viele Alternativen in der Stadt.“ Beispielsweise stünden in der Nachbarschaft Hallen leer. „Da muss doch nicht unbedingt hier gebaut werden.“

Dass der Fußballplatz bebaut werden soll, wurde schon seit Längerem unter den Anwohnern des Hohen Feldes gemunkelt. „Ich war mehrmals auf dem Bauamt und jedes Mal hieß es, man wisse von nichts“, empört sich Antje Scharl, die an der Spielwiese wohnt.

Erst vergangene Woche, bekam sie plötzlich Auskunft. Da sie direkte Anwohnerin sei, hätte sie sogar in die Baupläne einsehen dürfen, erklärt Scharl. „Das Ganze wurde schon vor zwei Jahren abgesegnet, das wissen wir nun endlich.“ Da Scharl direkte Sicht auf den Fußballplatz hat, ist sie natürlich um ihre sommerlichen Gartenzusammenkünfte besorgt: Auch, dass es sich um ein Bestattungsinstitut handelt, kritisieren die Anwohner.

Eine weitere Sorge der Anwohner ist, dass es bei dem einen Unternehmen nicht bleiben wird: „Bisher ist nur der halbe Platz verkauft“, mutmaßt Georges. Dass die Stadt für die Kinder eine Alternative finden wird, ist laut der Anwohner unwahrscheinlich. „Den einzigen Acker, der dafür in Frage kommt, gibt der Besitzer niemals heraus“, erklärt Georges. Der jetzige Platz sei optimal, da er zentral sei und sie so die Kinder auch gut im Auge hätten. Laut Planung sollten ab Anfang März die Arbeiten an dem Neubau beginnen. Kampflos wollen die Anwohner das nicht hinnehmen und sich weiter an die Öffentlichkeit wenden.

Von Tanja Temme

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