Gäste auf der Sababurg schütteln mit dem Kopf

Hoffen auf Gespräche: Sabine und Karl Koseck. Fotos: Temme

Sababurg. Auf dem Dornröschenschloss geht Betrieb weiter. Sympathien der Besucher sind auf Seiten der Betreiberfamilie Koseck.

Nicht stillstehen will das Telefon am Neujahrstag auf dem Dornröschenschloss Sababurg. „Viele wollen wissen, ob unser Haus noch geöffnet ist“, sagt Angestellte Martina Adler. Aber auch Emails hätten sie in immenser Zahl mit dem gleichen Anliegen erreicht. Grund dafür ist der gekündigte Pachtvertrag der Betreiberfamilie Koseck zum Jahresende.

„Ich komme kaum noch hinterher, denn viele wollen wissen, wie die Zukunft unseres Hauses aussieht“, erklärt Adler, die an diesem Tag vor allem mit Auskunftgeben beschäftigt ist. Wie es tatsächlich auf dem Schloss weitergeht, kann niemand derzeit genau sagen. „Wir sitzen auf heißen Kohlen - persönliche Gespräche, um die wir in Wiesbaden gebeten haben, kommen seit Monaten nicht zustande“, sagt Seniorchef Karl Koseck.

Und genau deshalb geht auf der Burg erst mal alles seinen gewohnten Gang: Wie üblich ist es um die Mittagszeit am Neujahrstag eher ruhig im Restaurant des Hauses, nur drei Tische sind belegt. „Viele Gäste schlafen noch, aber am Nachmittag wird es belebter“, erklärt Hausherrin Sabine Koseck. Auch die kommenden Tage wird wohl keine Ruhe einkehren, denn sie seien so gut wie ausgebucht, verrät der Senior.

Von den Sorgen der Pächterfamilie wissen die meisten Besucher nichts. Da ist etwa eine Busgruppe aus Thüringen, die sich die Schlossanlage anschaut und trotz des trüben Wetters sich sehr angetan zeigt. „Dass es hier Schwierigkeiten gibt, habe ich nicht verraten“, so die Reiseleiterin. Im Restaurant sind vor allem Gäste von weit her. Thomas von Oppel aus Hofgeismar zählt da zu den Ausnahmen. Da er viel unterwegs sei, habe er von der Problematik noch gar nichts mitbekommen. Erst heute habe er davon erfahren und sei darüber regelrecht geschockt.

Im Internet hatte sich Gast Jörg Glombowski zuvor über die Sababurg informiert: „Da wir von Osnabrück kommen und hier einige Stunden verleben wollen, habe ich mich über die Sababurg informiert - dabei habe ich auch von der Kündigung erfahren.“

Kopfschüttelnd sagt er, dass an so einer Sache doch irgendwas faul sein müsse, bestimmt wolle das Land eine Kette als Betreiber einsetzen, so seine Vermutung. Mit Spannung schaut Familie Koseck nun der kommenden Woche entgegen, wo sie ein Signal erwarte.

Hintergrund: Keine Hilfe aus der Politik

Die Kosecks haben sich mit Schreiben an Landes- und Kreispolitiker gewandt. Doch Unterstützung ist von dort bisher nicht in Sicht. Politiker wie die Hofgeismarer Landtagsabgeordnete Brigitte Hofmeyer (SPD) und CDU-Kreisfraktionschef Frank Willig wissen zwar von den Schreiben. Doch dass eine der großen Fraktionen im Landtag oder Kreistag sich zugunsten der Kosecks einschaltet, ist nicht absehbar. So steht die schwarz-grüne Landesregierung hinter der Kündigung und nach einem Schriftwechsel von Thorsten Schäfer-Gümbel mit dem Finanzminister sei das Thema auch für die SPD abgehakt. Der Kreistag ist dagegen nicht zuständig. (zta)

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