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Geflüchtete feiern Osterfest in Hümme

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Von: Gitta Hoffmann

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Geflüchtete aus der Ukraine mit der Familie Bartsch aus Hümme,, die sie aufgenommen hat.
Osterandacht in der katholischen Kirche: Pfarrer Schöppe hielt für die Menschen aus der Ukraine eine Andacht und ließ dabei ukrainisch-orthodoxen Riten einfließen. Unterstützt wurde er von Vadim Straschni, der ins Ukrainische übersetzte. © Gitta Hoffmann

Ostersonntag ist der höchste Feiertag der Christen. Auch für die Gläubigen aus der Ukraine ist Ostern etwas Besonderes. Deshalb gab es eine Feier für Geflüchtete.

Hümme – Gefeiert wurde das ukrainische Osterfest eine Woche nach dem hiesigen Osterfest - am vergangenen Sonntag in Hümme.

Als Kristin Klug von den beiden ukrainischen Frauen, die sie aufgenommen hat, angesprochen wurde, wie man denn hier Ostern feiere, wurde schnell deutlich, welchen hohen Stellenwert das Fest für die ukrainisch-orthodoxen Menschen hat. Sie sprach mit Pfarrer Martin Schöppe, der sich sofort bereit erklärte, für die Ukrainer eine Andacht in der katholischen Kirche zu feiern.

Andacht mit 100 Menschen

Rund 100 Menschen nahmen an der Andacht teil. Sie ließen die mitgebrachten Speisen bei der Austeilung des Osterwassers segnen und folgten der Einladung, eine Kerze am Osterlicht zu entzünden.

Pfarrer Schöppe orientierte sich in der Andacht an den Riten der ukrainisch-orthodoxen Kirche. Er hatte ein Gebetsblatt mit ukrainischen Texten sowie der Darstellung einer Ikone ausgelegt. Der Pfarrer gedachte mit den Gläubigen unter anderem derer, die noch in ihrer Heimat sind und sie verteidigen. Unterstützt wurde er dabei von Vadim Straschni, der seine Worte ins Ukrainische übertrug.

Fest in der Dorfscheune

Nach der Andacht hatte Kristin Klug zusammen mit anderen ein buntes Fest an der Dorfscheune organisiert. Viele Helfer hatten sich spontan bereit erklärt, etwas zum Fest beizutragen: Ob Kindergarten, Feuerwehr, Konfirmanden, Stadt Hofgeismar und andere - sie alle wollten deutlich machen, dass die Menschen aus der Ukraine hier willkommen sind und ihnen die Gelegenheit zum Austausch geben.

„Wie ein Teil der Familie“

Unter den etwa 200 Teilnehmenden war auch die Gastfamilie Bartsch aus Hümme. Tochter Greta (9) hatte den Anstoß gegeben, Flüchtlinge aufzunehmen. Dafür hatte sie sogar ihr Zimmer geräumt. Ihre Schwester folgte ihrem Beispiel, so dass drei Erwachsen und drei Kinder seit sieben Wochen bei Familie Bartsch wohnen. „Ich bin ihnen sehr dankbar“, betonte Luba Matsiura gegenüber den Gastgebern.

Die katholische Kirche in Hümme, in der eine Osterandacht für Geflüchtete aus der Ukraine gefeiert wurde.
Osterandacht in der katholischen Kirche: Pfarrer Schöppe hielt für die Menschen aus der Ukraine eine Andacht und ließ dabei ukrainisch-orthodoxen Riten einfließen. © Gitte Hoffmann

„Wir fühlen uns wie ein Teil der Familie. Wir kochen und essen zusammen, es gibt keinen Streit und alles ist immer friedlich. Wenn ich wegen des Krieges weine, kommt Frau Bartsch und tröstet mich.“ – „Die Verständigung klappt mit Händen und Füßen und natürlich dem Übersetzungsprogramm auf dem Handy“, lacht Nicole Bartsch und ergänzt, dass beide Seiten bereits ein paar Brocken Sprache voneinander gelernt hätten. (Gitta Hoffmann)

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