22 Millionen Euro flossen in die Regionalentwicklung

Geld für Breitband, Häuser und Jobs auch für Kreisteil Hofgeismar

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Geld für Zimmerei: Peter Nissen (von links), Vizelandrat Andreas Siebert, Zimmermeister Richard Betz und Regionalmanager Carsten Petry (Region Kassel-Land) bei der Förderbescheid-Übergabe in Liebenau.

Über das Servicezentrum Regionalentwicklung des Landkreises sind im vergangenen Jahr rund 22 Millionen Euro in verschiedene Projekte investiert worden.

Ob Dorf- und Regionalentwicklung, Wohnungsbauförderung oder Breitbandausbau: 22 Millionen Euro an Investitionen im Kreis Kassel sind 2019 durch Förderprogramme der Europäischen Union, des Bundes und des Landes Hessen ausgelöst worden.Wir stellen hier die vier wichtigsten Posten vor.

Regionalentwicklung

Rund 7 Millionen Euro, davon 1,7 Millionen Euro Fördermittel, investierte der Landkreis in die Dorf- und Regionalentwicklung. Das Geld floss unter anderem in ein Fachwerkhaus in Gottstreu und in ein Pfarrhaus in Trendelburg. Beide Immobilien wurden zu Ferienwohnungen umgebaut. „Mit der Sanierung von historischen Gebäuden wollen wir deren Nutzung sichern und Leerstand verhindern“, sagt Peter Nissen, Leiter des Servicezentrums Regionalentwicklung.

Auf kommunaler Ebene sei die Dorfentwicklung darauf gerichtet, das Lebensumfeld der Menschen zu erhalten und zu verbessern, sagt Nissen. Im Bereich der Regionalentwicklung werde vor allem in die Förderung von Projekten investiert, die Arbeitsplätze schaffen. Dazu gehöre der Liebenauer Zimmereibetrieb Betz, der mit Einsatz von Bundesmitteln eine Werk- und Montagehalle baut, um unter anderem sogenannte Tiny Houses (kleine Wohnhäuser) zu fertigen.

Breitbandausbau

Der Breitbandausbau ist mit einer Investition von 13 Millionen Euro, inklusive Fördermittel, der größten Posten. „Dieses Investitionsvolumen ist gerade deswegen sinnvoll, weil es in der Region viele unterversorgte Haushalte und Schulen gibt“, sagt Harald Kühlborn, Pressesprecher des Landkreises Kassel.

Bis Ende 2019 wurden über das nordhessische Gemeinschaftsprojekt der Breitband Nordhessen GmbH im Kreis insgesamt 38 Ortsteile an eine Internetverbindung mit 30 MBit/s angeschlossen. Der Landkreis hat sich nach Angaben von Andreas Siebert mit mehr als 730 000 Euro daran beteiligt. Die Bewohner der Städte Liebenau und Naumburg erhielten beispielsweise Anschlüsse bis zur Grundstückskante. Auch private Krankenhäuser haben nach Landkreisangaben eine bessere Anbindung bekommen.

Rund 4000 Haushalte und 54 Schulen sollen dieses und nächstes Jahr zusätzlich von Investitionen und Förderung profitieren und schnelles Internet bekommen. Mit einem Fachbüro habe der Landkreis die notwendigen Ausschreibungen vorbereitet und abgewickelt.

Wohnungsbau

Rund 1,2 Millionen Euro flossen an Investitionen und Förderungen über das Servicezentrum Regionalentwicklung in den Wohnungsbau. Es habe zwar ausreichend Anträge für kleinere Änderungen wie zum Beispiel für einen behindertengerechten Umbau gegeben, heißt es vom Kreis. „Allerdings fiel die Zahl der Anfragen für den Neubau oder den Kauf einer bestehenden Immobilie und auch für den Mietwohnungsbau im vergangenen Jahr eindeutig geringer aus“, sagt Peter Nissen.

In Wesertal wurde zum Beispiel das Badezimmer einer Privatwohnung vergrößert, die Dusche darin ebenerdig gebaut. Eine behindertengerechte Küche gab es für eine Wohnung in Bad Emstal. „Die Arbeitsfläche wurde so gestaltet, dass Rollstuhlfahrer barrierefrei tätig sein können“, sagt Kühlborn.

Touristikmanagement

Unterstützt wurden im Bereich Touristikmanagement die touristischen Arbeitsgemeinschaften. Dafür sind insgesamt 105.000 Euro für verschiedene Projekte geflossen, erklärte Vizelandrat Andreas Siebert.

Es gab beispielsweise einen Zuschuss für die Planung der Fahrbahnerneuerung und zum Ausbau des Hessenradwegs R 4 zwischen Trendelburg und Bad Karlshafen. „Der Diemelradweg hat schon eine 4-Sterne-Klassifizierung vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club erhalten“, erklärt Siebert. Nun strebe man an, dass die Strecke im kommenden Jahr auf 5-Sterne-Niveau kommt.

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Kommentare

thodi
(0)(0)

Das mit dem Geld für Breitband empfinde ich mehr als Hohn.

Kommentare

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