Geldautomat soll bleiben: Einwohner von Hombressen sammeln Unterschriften

+
Hat Unterschriften gesammelt: Hombressens Ortsvorsteherin Regine Bresler will verhindern, dass der Geldautomat der Kasseler Bank abgebaut wird.

Hombressen. Geld abheben, danach ein Brötchen kaufen und ein Plausch mit Bekannten führen: Das soll für die Einwohner Hombressens bald der Vergangenheit angehören.

Nachdem die Filiale der Kasseler Bank vor rund zwei Jahren in Hombressen geschlossen wurde, wird nun auch der Selbstbedienungsschalter abgebaut. Kunden der Kasseler Sparkasse müssten nach Hofgeismar fahren, um Bargeld abzuheben. Um den Standort zu bewahren, hat Regine Bresler, Ortsvorsteherin Hombressens, eine Unterschriftensammlung gegen die Schließung gestartet: „Wir haben innerhalb von 14 Tagen 381 Unterschriften zusammenbekommen“, sagt Bresler. „Das zeigt, wie groß die Empörung unter den Anwohnern ist.“ Seit sie Mitte März von dem geplanten Abbau erfahren habe, habe ihr Telefon nicht mehr stillgestanden, erzählt Bresler. Am vergangenen Donnerstag übergab sie die Unterschriftenliste einer Mitarbeiterin der Bank. Diese wurde an die Vorstandsmitglieder weitergeleitet. Zusätzlich hat Bresler einen Beschwerdebrief verfasst, in dem sie Situation der Kunden erklärt.

Walter Baczewski, Sprecher der Kasseler Bank, ist von der Aktion überrascht: „Es sind eigentlich nur 90 Kunden betroffen, von denen sich nur wenige beschwert haben.“ Darüber hinaus wären die Kunden im Vorfeld über die Schließung informiert worden. Der Abbau sei vorher gut überlegt worden, aber die Nutzung sei zu gering gewesen, um den Standort weiter zu erhalten, sagt Baczewski.

Handel wird geschädigt

Regine Bresler ist von dieser Entscheidung enttäuscht und verweist auch auf die Auswirkungen der Schließung: „Wo die Leute ihr Geld abheben, da geben sie es meist auch aus. Der örtliche Handel könnte dadurch geschädigt werden.“ Vor allem wären ältere Leute auf fremde Hilfe angewiesen, wenn sie in Zukunft eine weiter entfernte Geschäftsstelle aufsuchen müssten. Damit die Einwohner Hombressens weiterhin Bargeld abheben können, hat sich die Ortsvorsteherin einige Lösungen ausgedacht: „Durch eine Kooperation mit der Kasseler Sparkasse könnten die Kunden umsonst Geld an deren Automaten abheben. Eine andere Möglichkeit wäre es eine Bargeldauszahlung in Supermärkten zu ermöglichen.“ Eine weitere Alternative wäre es, wenn die Bank einen kostengünstigeren Standort suchen würde, sagt Regine Bresler.

„Wir haben alle Möglichkeiten schon vor der Schließung durchdacht“, erklärt Walter Baczewski. Die Kasseler Bank habe sich dann schlussendlich auf den Bargeldservice geeinigt. Die Kunden können unter der üblichen Servicenummer 05 61/7 89 30 anrufen und sich das Bargeld gegen eine Gebühr nach Hause schicken lassen. Für gehbehinderte Menschen ist der Service kostenlos.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.