Gericht kippt Windrad an der Friedenseiche

Genehmigung für Einzelanlage bei Hombressen aufgehoben

Lichtblicke für die Hombresser: Dem Bauvorhaben für eine Windkraftanlage nahe der weithin sichtbaren Friedenseiche wurde die Genehmigung endgültig entzogen. Es laufen aber Planungen für weitere Anlagen.
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Lichtblicke für die Hombresser: Dem Bauvorhaben für eine Windkraftanlage nahe der weithin sichtbaren Friedenseiche wurde die Genehmigung endgültig entzogen. Es laufen aber Planungen für weitere Anlagen.

Erneut ein Urteil gegen eine geplante Windkraftanlage nahe der Friedenseiche bei Hombressen.

Hofgeismar - 2017 hatte das Verwaltungsgericht Kassel die immissionsschutzrechtliche Genehmigung des Regierungspräsidiums Kassel für rechtswidrig erklärt. In einem weiteren Verfahren hat das Verwaltungsgericht nun der Stadt Hofgeismar erneut Recht gegeben und die erteilte Genehmigung aufgehoben. Hofgeismar - Derweil laufen aber die Planungen für neun andere Anlagen nahe Hombressen weiter. Wie Bürgermeister Markus Mannsbarth am Montag mitteilte, war zunächst die Errichtung einer Windenergieanlage mit 138 Meter Nabenhöhe und einem Rotor-durchmesser von 92 Meter auf einer Freifläche nahe der Frie-denseiche beantragt und zuerst auch genehmigt worden.

Die Stadt Hofgeismar lehnte dies ab, indem sie das gesetzliche Einvernehmen versagte. Nachdem das Regierungspräsidium Kassel diesen Antrag im August 2017 trotzdem genehmigte und das Einvernehmen der Stadt erzwang, klagte die Stadt dagegen. Dadurch wurde die aufschiebende Wirkung wiederhergestellt, was einen Baubeginn trotz Klage verhinderte. Nun wurde vom Verwaltungsgericht auch das Urteil in der Hauptsache entschieden, das aber noch nicht rechtskräftig ist. Das Regierungspräsidium will nach eigenen Angaben nicht dagegen vorgehen und hat keinen Antrag auf Zulassung der Berufung gestellt.

Laut Bürgermeister Mannsbarth drehte sich die Frage im Kern um die Frage, ob ein 1000-Meter-Abstand zwischen Windenergieanlage und Wohnbebauung eine verbindliche Festsetzung oder eher ein Richtwert mit der Möglichkeit zur Auslegung im Einzelfall ist. In diesem Fall betrug der Abstand etwa 930 Meter: „Das Gericht teilt mit dem Urteil die Auffassung der Stadt, dass die Abstandsreglung keine ,Kann- Bestimmung’ ist.“

Ende Juli ist laut Regierungspräsidium dort ein Antrag für neun Windräder der UKA Meißen für den Windpark zwischen Hombressen und Schöneberg im und am Reinhardswald eingegangen. Derzeit läuft die Vollständigkeitsprüfung. (Thomas Thiele)

Jahrelanger Widerstand

Der Bau von Windkraftanlagen (WKA) bei Hombressen und im Reinhardswald beschäftigt die Stadt Hofgeismar schon seit fast zehn Jahren. Die jetzt abgelehnte Anlage auf dem Warthübel wurde schon 2013 beantragt. Die Stadt sprach sich 2014 gegen Windräder im Wald östlich von Schöneberg aus, um WKA stattdessen auf dem Heuberg zu konzentrieren. Die Stadt trat auch aus der teilkommunalen EGR aus, die im Reinhardswald bei Gottsbüren 18 Windräder errichten will.

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