Gerhard Hölscher spielte in Florida  mit dem Bomber der Nation

Foto fürs Familienalbum: Ingrid Hölscher mit Gerd Müller (rechts) und ihrem Mann Gerhard im typischen Jägermeister-T-Shirt..

Hofgeismar. Wenn der Hofgeismarer Gerhard Hölscher von Fußball spricht, dann ist die Begeisterung in seinen Worten nicht zu überhören. Fußball ist seit jeher sein Hobby.

Und er kann etwas von sich behaupten, was wohl sonst niemand aus der näheren Umgebung kann: Hölscher hat zwei Jahre lang mit Gerd Müller in einer Mannschaft gespielt.

Kicker von einst heute: Gerhard Hölscher. Foto:  Temme

Als jetzt die HNA über ehemalige Nationalspieler berichtete, die auch in den USA spielten, wurde neben Beckenbauer, Klinsmann und Matthäus natürlich auch Gerd Müller aufgeführt. Der spielte ab 1979 bei Fort Lauderdale und beendete drei Jahre später seine Profi-Karriere bei Smith Brothers Lounge. Doch die Fußballschuhe schnürte er weiter: Beim German-american Soccer Club. Einem Amateurverein, der in der GoldenCoast League spielte - vergleichbar mit unserer Verbandsliga. Und dort stand Gerhard Hölscher im Tor.

Hölscher, heute 79, war eigentlich mehr durch Zufall zu dem Verein gekommen. Als er in den 70er Jahren in Florida/USA in einer Stadt namens Hollywood (außer dem Namen hat es nichts mit der Traumfabrik zu tun) im Supermarkt beim Einkaufen war, wurde er von einem Deutschen angesprochen, ob er nicht Fußball spielen wollte. So kam Hölscher zum Soccer Club von Hollywood. 1982 kam ein prominenter Mitspieler hinzu: Gerd Müller. „Fort Lauderdale ist nicht weit entfernt“, beschreibt Hölscher die geografische Lage – und im Lokal von Gerd Müller, das dieser dort betrieb, sei man ja schon öfter gewesen.

Als Erster auf dem Platz

An den Teamkollegen Müller erinnert sich Hölscher oft und gern. „Der war immer als erster auf dem Platz“, erzählt er. Vor allem wollte der Ex-Profi sich in seiner

Ausschnitt aus dem Mannschaftsfoto: Gerd Müller (Mitte oben) und Torwart Gerhard Hölscher (Mitte unten). Fotos:  privat/nh

Landessprache unterhalten. „Normal über Fußball halt“, und nicht wie in seinem Lokal, wohin Touristen kamen, um dem „Bomber der Nation“ auf die Schulter zu klopfen. Obwohl, sagt Hölscher, „ein Bomber war er eigentlich nicht.“ Keiner, der mit strammen 20-Meter-Schüssen Furcht verbreitete, sondern mit seiner Eigenschaft, quasi aus jeder Entfernung und aus jeder Situation ein Tor zu machen. „Er hat die immer irgendwie reingemacht.“

Auch Hölscher, der im Tor stand, musste das manchmal erfahren. Hin und wieder kamen deutsche Mannschaften mit ehemaligen Profis wie Bernd Hölzenbein mit Freizeitmannschaften nach Florida. Bei solch Freundschaftsspielen streifte dann Müller auch mal das gegnerische Trikot über und spielte eine Halbzeit gegen das eigene Team. Und traf dabei natürlich auch. Und be

Prost auf den Sieg: Nach dem Spiel saßen die Fußballer oft noch gemütlich zusammen. Unser Bild zeigt Gerhard Hölscher (rechts im Shirt mit dem Hessen-Wappen) und Gerd Müller im Kreis der Mannschaft.

i jedem Treffer hat er sich riesig gefreut, erinnert sich Hölscher. Zwei Jahre spielten beide zusammen, einmal wurden sie gar Meister in der Golden Coast League. Dann zog es Müller zurück nach Deutschland.

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