Geschäftsleute im Kreis fürchten Dieselverbot in Kassel

Hofgeismar. Der hessische Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland fordert ein Fahrverbot von Dieselautos in der Stadt Kassel. Das macht Geschäftsleuten im Kreis Sorgen.

Der Grund: Dieselmotoren produzieren eine große Menge an Stickoxiden, deren Grenzwert seit Jahren im Stadtgebiet überschritten wird.

Da das Verwaltungsgericht Wiesbaden ein solches Verbot grundsätzlich für möglich hält, sind die Geschäftsleute im Kreisteil besorgt. „Das würde für unser Unternehmen einen wirtschaftlichen Totalschaden bedeuten“, sagt Kerstin Klemme von den Klemme Obstplantagen in Grebenstein. Ihre Fahrzeuge seien alle Diesel, die vorhandenen Maschinen könnten auf keinen Fall umgerüstet werden.

Auch die Fahrzeuge des Omnibusbetriebs Sallwey in Reinhardshagen werden mit diesem Kraftstoff betrieben: „Die Busse müssten ausgetauscht werden, was aber kurzfristig gar nicht möglich wäre“, sagt Geschäftsführer Daniel Sallwey. Das Unternehmen achte zwar stets auf die neueste Abgasklasse, aber die Busse würden gut zehn Jahre gefahren.

„Für das Handwerk wäre eine solche Entscheidung katastrophal“, sagt Friedrich Brauner, stellvertretender Kreishandwerksmeister aus Reinhardshagen. Ein Dieselverbot hätte Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft im Kreisteil. Das beträfe zum Beispiel auch Geschäfte, die auf Lieferungen aus Kassel angewiesen seien, so Brauner.

Dem BUND sei bewusst, dass die Forderung nach einer Verbannung von Dieselfahrzeugen in der Stadt Kassel nicht einfach umzusetzen sei, sagt Lutz Katzschner, Fachratssprecher im Landesvorstand. „Wir stellen uns die Einführung der blauen Plakette vor.“ Damit könnten Dieselfahrzeuge, die die Abgasnorm Euro 6 erfüllen, weiterhin im Stadtgebiet fahren. Das wäre aber nur eine Option, um die Luft sauberer zu bekommen, die Einführung von Umweltzonen sei auch möglich.

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Rubriklistenbild: © dpa

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