Wettbewerb auf regionaler Ebene 

Geschwisterpaar gewinnt bei "Jugend forscht" 

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Wer hat die besseren Geschmacksnerven? „Jugend forscht“- Zweitplatzierte Paula Bardtke mit ihrem selbstgebastelten Modell einer Geschmacksknospe. 

Hofgeismar. Ein Diabetiker-Selbstversuch sowie ein Experiment mit 43 Kindern und 43 Senioren verschaffte Gustav-Heinemann-Schülern den 1. und 2. Platz. 

Mit elf Jahren gehört sie zu den jüngsten Teilnehmern. Mit ihrem Experiment schaffte es Gustav-Heinemann-Schülerin Paula Bardtke aus Hofgeismar auf den zweiten Platz bei „Jugend forscht“ auf regionaler Ebene. Damit setzte sie sich gegen 37 Konkurrenten aus der Regionalebene Hessen Nord durch.

Auf die Idee, an dem Wettbewerb teilzunehmen, kam sie durch ihren Bruder Adrian, der mit seinem Blutzucker-Experiment den ersten Platz belegt hat. Als der sich zur Teilnahme entschlossen hat, entschied sich Paula, mit einem eigenen Projekt ebenfalls teilzunehmen.

Vier Zuckerlösungen

Sie wollte herausfinden, ob sich die Geschmackswahrnehmungsgrenze mit zunehmendem Alter verschiebt. „Ich habe mal gehört, dass das Geschmacksempfinden im Alter abnimmt“, sagt die Sechstklässlerin. Um das herauszufinden, stellte sie vier unterschiedlich konzentrierte Zuckerlösungen her. „Bei der schwächsten Lösung habe ich vier Gramm Zucker auf einen Liter Wasser genommen, bei der stärksten sieben Gramm.“

In mehreren Vorversuchen habe sie Mengen der Zuckerdosierung ausprobiert. Als Testpersonen suchte sich die Schülerin 43 Kinder und 43 Senioren. Jeder von ihnen sollte die vier Lösungen nacheinander probieren und beantworten, was er geschmeckt hat.

„Die Versuche mit den Kindern habe ich in den fünften Klassen durchgeführt, das ging schnell. Aber es war schwierig, Senioren für das Experiment zu begeistern“, erzählt Paula.

Um diejenigen zu besuchen, die sich bereiterklärten, nahm die Schülerin weite Strecken in Kauf. Einmal sei sie mit ihrer Mutter bis nach Hann. Münden gefahren, um dort eine Testperson zu besuchen. Das Ergebnis zeigt, die Schülerin lag mit ihrer Vermutung richtig. Abgesehen von einigen Ausnahmen schmecken Kinder tendenziell besser. Der Sechstklässlerin hat das Experiment großen Spaß gemacht.

Ursache für Diabetes Typ 1: Adrian Bardtke zeigt die Bauchspeicheldrüse, die bei Betroffenen von einer Autoimunerkrankung beeinträchtigt ist.

Diabetiker-Selbstversuch 

Adrian Bardtke (14) aus Hofgeismar hat bei „Jugend forscht“ auf Regionalebene den ersten Platz in der Sparte Biologie belegt. 

Im Selbstversuch hat der Achtklässler untersucht, ob sich die Lebensqualität von Diabetikern Typ 1 durch regelmäßiges Ausdauertraining verbessern lässt. Die Idee zu seinem Projekt kam dem Gustav-Heinemann-Schüler, weil er selbst Diabetiker ist. 

Sport kann bei Diabetikern zu lebensgefährlicher Unterzuckerung führen. „Ich wollte herausfinden, ob Ausdauertraining einen Anstieg des Blutzuckers hervorruft“, so der 14-jährige. Dazu hat er drei Monate lang drei Mal pro Woche im Fitnessstudio seine Ausdauer auf dem Fahrrad trainiert. Während der einstündigen Trainingseinheiten hat er im Fünf-Minuten-Abstand seinen Blutzucker gemessen. 

Über 1300 Messwerte

Insgesamt ergaben sich dadurch über 1300 Messwerte. In Form einer 20-seitigen Arbeit wertete er die Daten aus und sah seine Vermutung bestätigt. Tatsächlich hat bei ihm das regelmäßige Ausdauertraining zu einer Verbesserung der Blutzuckerwerte geführt. „Wenn die Forschungsergebnisse auch bei anderen Testpersonen zutreffen, könnte man daraus einen Therapieansatz entwickeln“, meint der Schüler.

Von Lilli Elsebach 

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