Sammelaktion rund um Hofgeismar

Ausgediente Weihnachtsbäume: Insgesamt 150 Tonnen Gewicht

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Endstation Kirschenplantage: Für den Transport der Weihnachtsbäume werden Sperrmüllfahrzeuge genutzt.

Hofgeismar. Tonnenweise ausgediente Weihnachtsbäume warten alljährlich im Januar auf ihre Entsorgung. Im Landkreis Kassel hat die letzte Reise der Bäume nun begonnen.

Wer diese nicht im heimischen Ofen verheizt oder sie als Tierfutter verwendet, stellt sie gewöhnlich am Wochenende nach dem 6. Januar an den Straßenrand, wo in vielen Orten Sammelaktionen stattfinden. In der Regel werden die Bäume dann an zentralen Stellen zusammengetragen, von wo aus sie die Abfallentsorgung des Landkreises Kassel dann abholt.

„In 17 Kommunen des Landkreises werden wir in den kommenden zwei Wochen die Weihnachtsbäume von den Sammelstellen holen“, erklärt Carsten Mielke, Mitarbeiter der Abfallentsorgung. Eigentlich gehörten 29 zu ihrem Gebiet, doch einige Gemeinden würden die Bäume selbst entsorgen. Erste Ladungen Christbäume holten die Deponiemitarbeiter am Samstag in Vellmar ab, wo knapp 15 Tonnen angefallen waren.

Für den Transport kamen Sperrmüllautos zum Einsatz, da diese nicht nur über eine starke Presse verfügen, sondern auch mit sieben Tonnen Ladekapazität über genügend Raum.

„Wenn wir alle 17 Kommunen abgefahren haben, werden fast 150 Tonnen an Tannenbäumen bei uns auf dem Hof liegen“, sagt Mielke. Würden alle Gemeinden die Dienste des Kreises in Anspruch nehmen, wären es bestimmt 200 Tonnen, schätzt er.

Sind schließlich alle Bäume eingesammelt, werden sie von einer gewaltigen Maschine geschreddert. „Das macht ein Anbieter für uns, da sich die Anschaffung für uns nicht lohnt“. Während auf der Deponie aus dem normalen Baum- und Strauchschnitt Kompost entsteht, wird aus den geschredderten Naturmaterialien Energie gewonnen.

„Das gesamte Material verkaufen wir an ein Biomasse-Kraftwerk, führen es also einer energetischen Nutzung zu“, verrät Mielke. Eigentlich könnten sie auch aus den gehäckselten Christbäumen Kompost machen, doch der Zersetzungsprozess würde zu lange dauern. Normaler Grünschnitt braucht rund zwölf Wochen, im Vergleich dazu wäre ein halbes Jahr bei Nadelgehölzen nötig, erklärt der Experte.

Wer es versäumt hat, seinen Baum rechtzeitig an die Straße zu stellen, hat zudem die Möglichkeit, ihn in seiner Biotonne zu entsorgen. „Wenn der Baum nicht allzu groß ist, sollte man ihn klein schneiden und einfach in die Tonne packen.“ Bäume, die neben der Tonne stünden, nehme man natürlich nicht mit. Außerdem eigneten sich die Zweige auch gut als Abdeckmöglichkeit für empfindliche Pflanzen im Garten - so könne der Weihnachtsbaum noch wertvolle Dienste leisten.

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