Getränkeverpackungen

Glasflaschen im Vormarsch

Hofgeismar – Die Nordhessen lieben Glas. Zumindest beim Mineralwasser. „Zwei zu eins“ sei in etwa das Verhältnis zwischen Glas- und aus Kunststoff hergestellten PET-Flaschen beim Wilhelmsthaler Mineralbrunnen, sagt Betriebsleiter Stefan Marhold. Tendenz: Steigend.

Seit die Debatte um Plastikmüll verstärkt die Schlagzeilen füllt, setzt ein Umdenken bei den Verbrauchern ein. Schon die Weichmacher in den PET-Flaschen hatten sie in die Diskussion gebracht, doch die Plastik-Problematik verstärkte den Trend hin zum Glas noch. Bis Ende der 90er Jahre waren Glasflaschen Marktführer. Dann kamen die PET-Flaschen auf den Markt. Das Glas trat den Rückzug an. Bis vor etwa fünf Jahren dauerte dieser Trend, erinnert sich Marhold.

Plastik hat zwei Vorteile: Es ist leicht und wiederverwertbar. Die Nordhessen blieben dennoch überwiegend bei Glas. 2014 lag beim Wilhelmsthaler Mineralbrunnen der Anteil der verkauften Glasflaschen bei 57 Prozent, die PET hatte nur 43. Da die Plastikflaschen 30 Prozent weniger Inhalt haben, war die Menge des Mineralwassers, das über Plastikflaschen an den Verbraucher ging etwa so hoch wie jenes, das aus Glasflaschen getrunken wurd.

Doch in den vergangenen Jahren stieg der Absatz von Glasflaschen. „Die Steigerungsrate beträgt etwa zehn Prozent pro Jahr“, sagt Reinhard Seuthe vom Bierverlag Kramm aus Grebenstein. Die Zahl kann Marhold nur bestätigen: 2018 lag der Anteil der Glasflasche bei 59 Prozent, in diesem Jahr sind es bislang 65 Prozent. Auf jede verkaufte Plastikflasche kommen damit zwei verkaufte Glasflaschen.

Wie in Nordhessen ist auch bundesweit der Trend zur Glasflasche festzustellen, so Georg Staudt von der Genossenschaft Deutscher Brunnen. Probleme, wenn verstärkt Gebinde aus Glas gekauft werden, sieht der Verband nicht. Bei einer kurzfristig einsetzenden starken Nachfrage könne es allerdings zu Kapazitätsproblemen kommen, sagt Marhold. Das aber war auch im Hitzesommer 2018 bei der Plastikflasche zu hören. 

Sowohl die Glas- als auch die PET-Flaschen sind im Regelfall Mehrwegflaschen. Die Umlaufquote ist jedoch sehr unterschiedlich. 20 bis 25 Mal, so die Erfahrung des Wilhelmsthaler Brunnen in Westuffeln, könne eine Plastikflasche wieder befüllt werden, bevor sie ausgemustert werden muss oder kaputt geht. Glasflaschen sind da wesentlich haltbarer: Sie können doppelt so oft eingesetzt werden, zeigt die Erfahrung in Westuffeln.

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