Mit Höchsttempo ins Haus

Goetel will alle Hofgeismarer Stadtteile komplett mit Glasfaser-Netz versorgen

Optimistisch: Bürgermeister Markus Mannsbarth mit einer Glasfaserader, die zum Haus führt, und Stefan Finger (rechts), Leiter des Privatkunden- und Kommunalvertriebs bei Goetel mit dem bald verteilten Flugblatt.
+
Optimistisch: Bürgermeister Markus Mannsbarth mit einer Glasfaserader, die zum Haus führt, und Stefan Finger (rechts), Leiter des Privatkunden- und Kommunalvertriebs bei Goetel mit dem bald verteilten Flugblatt.

Nach dem Auftakt in Hombressen sollen nun auch alle übrigen Hofgeismarer Stadtteile sowie die Kernstadt gleichzeitig mit Glasfaseranschlüssen der Firma Goetel versorgt werden.

Hofgeismar - Und das bis ins Haus, um die Verluste möglichst gering zu halten. Das gaben die Firma und Bürgermeister Markus Mannsbarth am Donnerstag bei einem Pressetermin offiziell bekannt. Ab Anfang Oktober werden dazu Info-Flyer an alle Haushalte verteilt. Damit wird die vor eineinhalb Jahren begonnene Offensive fortgesetzt, deren Infoveranstaltungen im Frühjahr aufgrund der Corona-Beschränkungen unterbrochen wurden.

Die Stadt hat nach Mannsbarths Angaben in längeren Verhandlungen mit der Goetel-GmbH in Göttingen einige Veränderungen gegenüber dem ursprünglichen Konzept erreicht: Der Ausbau erfolgt nicht mehr dorfweise, sondern gleichzeitig flächendeckend in der ganzen Stadt. Ab dem mittleren Tarif mit 200 Mbit/s Download ist der Hausanschluss künftig kostenlos. Das gilt auch rückwirkend für bereits unterschriebene Verträge, sofern der Anschluss noch nicht erfolgt ist, erläutert Privatkunden-Vertriebsleiter Stefan Finger. Man habe für das Großprojekt eine Firma mit ausreichend Personal im Einsatz, versichert Dmitriy Fainberg von der Goetel-Geschäftskundenberatung.

Goetel: Glasfaser ist der neue Standard

Goetel erwartet durch den Bau und Betrieb des eigenen Netzes, durch eigene Wartungsteams sowie die direkte Anbindung an die Hauptknotenpunkte ohne Umwege und ohne Mietstrecken eine hohe Zuverlässigkeit, betont Finger. Glasfaser sei der neue Standard, da immer größere Datenmengen transportiert würden, nicht nur beim Filmeschauen, sondern auch für Videokonferenzen oder Telemedizin, wie sich aktuell zeige, erläutert der für die Breitbandkoordination zuständige Oliver Brunkow vom Servicezentrum Regionalentwicklung des Landkreises Kassel. Das Ende der Kupferleitungen sei absehbar.

Für die Schulen hat der Landkreis noch nachverhandelt. Nach intensiver Prüfung, auch abhängig von Bandbreite und Schülerzahl, wurde eine Förderung des Ausbaus für 46 von 72 Schulen im Landkreis möglich, berichtet Brunkow. In Hofgeismar erhalten die ASS, die HBS, die GHS und die Grundschule Hombressen Glasfaseranschlüsse.

Ausbau im Frühjahr 2021

Zwei Monate werden für die Informations- und die Rücklaufphase einkalkuliert, der Ausbau soll dann im ersten Quartal 2021 überall dort beginnen, wo die Auftragsquote von 60 Prozent erreicht wurde, ab der sich ein Ausbau rechnet. Nächste Woche wird es ein Treffen mit den Ortsvorstehern geben, damit in den Stadtteilen intensiver geworben werden kann. Handwerkliche Eigenleistungen der Grundeigentümer habe man aufgrund negativer Erfahrungen nicht mehr einkalkuliert, da zu oft nachgearbeitet werden musste.

Die Angebote

Die Firma Goetel bietet jetzt fünf Tarife von 10 Mbit/s bis 1000 Mbit/s Download mit Internet und Telefonie an, für rund 25 bis rund 80 Euro im Monat. Ein Uploadturbo für schnelleres Hochladen lässt sich zu buchen. Neben Goetel gibt es noch andere Anbieter, die um Kunden werben und dann teilweise die Netze anderer Anbieter wie etwa der Telekom anmieten. Derzeit gibt es in Hofgeismar sieben DSL-Internet-Anbieter (Telekom, 1&1, O2, Vodafone, eazy, ACO Connect und easybell), davon einen Glasfaser-Anbieter (Telekom) sowie zwei Mobilfunk-Anbieter (Telekom und Vodafone).

Die Techniken

Die FTTH-Technik (Fiber to the home = Glasfaser bis ins Haus) ist die derzeit schnellste Übertragungstechnik, bei der die Signale mit Lichtgeschwindigkeit durch einen Lichtleiter (Glasfaser) bis in das Haus des Kunden geschickt werden. Im Unterschied dazu gibt es noch viele Netze, bei denen das Glasfaserkabel nur bis zur Grundstücksgrenze oder sogar nur bis zu einem Verteiler verlegt wird, wo jeweils wieder eine Umsetzung in Signale für das herkömmliche Kupferkabel erfolgt. Länge und Qualität des jeweils letzten Kupferkabelstücks (auch im Haus) sind entscheidend für die Leistung. (Thomas Thiele)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.