Erinnerungen an Auftritt in der Region

Götz George in Hofgeismar: Star speiste allein - und ärgerte sich über Fotografen

+
1987 in Hofgeismar: Götz George trat mit Eberhard Feik (rechts) und weiteren Akteuren mit Gogols „Der Revisor“ in der Stadthalle auf. Alle übernachteten nebenan bei Humburgs.

Hofgeismar. Der Schauspieler Götz George galt als empfindlicher, öffentlichkeits- und vor allem pressescheuer Mensch, der seinem Ärger auch gerne mal lautstark Luft verschaffte.

Das gab es auch für Menschen zu spüren, die ihm begegneten, als er am 24. und 25. März 1987 mit dem von ihm und seinem Tatort-Kollegen Eberhard Feik inszenierten Stück „Der Revisor“ in der Hofgeismarer Stadthalle gastierte. Die HNA wollte hinter die Kulissen blicken, um den elfstündigen Einsatz in der Stadthalle zu verfolgen, der für die zweistündige Aufführung nötig war. Der Einblick war nicht einfach, weil die durchs Fernsehen bekannten Hauptakteure Götz George und Eberhard Feik durch den Rummel um ihre Person genervt waren, aber ein perfektes Stück abliefern wollten.

Auf Seitenbreite: Götz Georges Unterschrift im Gästebuch des Hotels Humburg war die größte im Theaterteam.

Der Bühnenmeister war „allergisch gegen Presseleute“ und suchte in der Pause nach Zuschauern, die trotz Verbot Fotos mit Blitzlicht gemacht hatten. Mich selbst sprach Götz George von der Bühneherunter auch an, in dem er schimpfte, dass ich aufhören sollte zu fotografieren. Dabei, das konnte er aber nicht sehen, hatte ich längst ohne Blitzlicht alle Bilder, die ich brauchte, und beobachtete die Akteure nur noch durchs Teleobjektiv, um Gesichtsausdrücke besser sehen zu können.

Die Schauspieler übernachteten im nahen Hotel Zum Alten Brauhaus, wobei Götz George zunächst verärgert war, dass es in Hofgeismar kein Vier-Sterne-Haus gab. Das Brauhaus hat drei Sterne und überzeugte die Gästeschar dann doch. Als Götz George eintraf, so erinnert sich Seniorwirtin Elisabeth Humburg, da erkannte sie ihn zunächst nicht, weil er kleiner war, als es im Fernsehen schien. Aber er sei sehr sympathisch gewesen, unterstreicht sie. Viel gesprochen hätten sie nicht, denn es war gerade Ruhetag und sie habe ihm lediglich den Zimmerschlüssel gegeben. Dafür habe er am nächsten Tag Fotos fürs Gästebuch mitgebracht und unterzeichnet.

Torsten Humburg

Am Morgen kam Götz George nicht herunter ins Restaurant, sondern frühstückte auf dem Zimmer. Torsten Humburg, damals gerade in derAusbildung, war es, der dem Schauspieler das Essen hin-aufbrachte. Viele Worte fielen nicht: „Er war sehr zurückhaltend“. Da sei Horst Frank, ein anderer bekannter Schauspieler jener Zeit, viel offener gewesen. Der habe mit der Wirtsfamilie sogar geknobelt.

Lesen Sie auch:

George und HNA-Fotograf bei der Polizei: "Mit dem machen wir kein Foto"

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.