Auch Adoptiveltern und -kinder betroffen

Gesetzlich verpflichtet: Angehörige müssen Gräber pflegen oder bezahlen

Hofgeismar. Die Angehörigen eines Verstorbenen sind gesetzlich verpflichtet, sich um dessen Grabpflege zu kümmern – das besagt Paragraf 13 des Hessischen Friedhofs- und Bestattungsgesetzes.

Zum Kreise der Angehörigen gehören nicht nur Ehegatten und Lebenspartner, sondern auch Kinder, Eltern, Großeltern, Enkel und Geschwister sowie Adoptiveltern und -kinder.

Mittlerweile entscheiden sich auch an der Nordspitze immer mehr Menschen für eine pflegeleichte Grabstätte, wie das Urnen- oder Plattengrab. Laut Harald Munser, Bürgermeister in Liebenau, müssen sich Angehörige aber auch um aufwendig bepflanzte Gräber kümmern: „Selbst wenn sich die Hinterbliebenen letztlich für eine frühzeitige Einebnung entscheiden, sind sie erst einmal zur Übernahme der Kosten verpflichtet.“

Grabpflege wird zum Konfliktthema

Gerade wenn Familienmitglieder bereits zu Lebzeiten keinen Kontakt mehr miteinander hatten, entwickele sich die Grabpflege schnell zum Konfliktthema. „Wenn wir merken, dass sich länger niemand mehr um ein Grab gekümmert hat, erinnern wir die Angehörigen mit einem Hinweisschild an ihre Verpflichtung zur Pflege der Stätte“, sagt Neset Özden vom Ordnungsamt in Bad Karlshafen. Sei letztendlich niemand von den Verwandten zu erreichen, falle die Grabpflege auf die Friedhofsverwaltung zurück.

Laut Kai-Georg Bachmann, Trendelburger Bürgermeister, sei die Anzahl solcher Fälle jedoch äußerst gering. „In den meisten Fällen ist die Bereitschaft der Verwandten zur Grabpflege groß“, sagt er. Das bestätigt auch Jörg Schützberg, Bürgermeister von Immenhausen: „Auf dem Dorf halten sich solche Konflikte noch ziemlich in Grenzen. Da findet sich fast immer jemand.“

Ratsam sei sowieso, die Zuständigkeit der Grabpflege bereits zu Lebzeiten zu klären, sagt Bachmann. Das beuge Konflikten vor, die im Nachhinein entstehen können. 

Rubriklistenbild: © Henke

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