Schleppendes Weihnachtsgeschäft

Sorge bei Gaststätten: Wirte aus dem Kreisteil Hofgeismar beklagen Absagen

Stellvertretend für die Gastronomie-Branche: Hotelier Viktor Seider und Serviceleiter Felix Arndt (links) stimmen Termine in der Hofgeismarer Ess-Bar ab und sind gespannt auf die neuen Regelungen.
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Stellvertretend für die Gastronomie-Branche: Hotelier Viktor Seider und Serviceleiter Felix Arndt (links) stimmen Termine in der Hofgeismarer Ess-Bar ab und sind gespannt auf die neuen Regelungen.

Die Gaststätten bangen um ihr Weihnachtsgeschäft. Der Dezember, der normalerweise der umsatzstärkste Monat ist, droht auch dieses Jahr, starke Umsatzeinbußen nach sich zu ziehen.

Kreisteil Hofgeismar –Zwar gibt es diesmal noch keinen kompletten Lockdown, dennoch hagelt es fortlaufend Absagen in den Restaurants.

Kai Klein, Küchenchef der Deutschen Eiche in Grebenstein, kann ein Lied davon singen. „90 Prozent der Feiern in der Vorweihnachtszeit – egal, ob Familienfeste oder Betriebsfeiern wurden bereits abgesagt.“ Einige wenige Gruppen würden es noch versuchen wollen – ob das etwas werde, stehe aber in den Sternen.

„Die Weihnachtsfeiertage selbst sehen derzeit noch recht gut aus“, sagt Klein. Den Boom, den die Wirte normalerweise im Dezember erleben, würde das aber keinesfalls ersetzen. „Eigentlich helfen uns die Einnahmen aus der Vorweihnachtszeit über die ruhigere Zeit im Januar.“ Jetzt stünden Gastronomen wieder vor einem Scherbenhaufen, findet der Küchenchef.

Die Vorsicht der Kunden könne Klein gut nachvollziehen. Die Maßnahmen der Politik hingegen seien unübersichtlich und ließen die Betreiber zunehmend im Regen stehen. „In der jetzigen Situation wäre sogar ein Lockdown sinnvoller. Dann würden wir wenigstens finanzielle Unterstützung bekommen.“

Dem stimmen auch Viktor Seider und seine Frau von der Hofgeismarer Ess-Bar zu. Ein Lockdown sei besser zu bewältigen als ein geöffnetes Restaurant, das nur eine Hand voll Gäste besuchen. Dennoch sagt Seidel: „Schon letztes Jahr war es ganz katastrophal.“ Noch hätten zwar nicht viele abgesagt. Welche Probleme noch auf die Ess-Bar zukämen, hänge aber ganz von dem Ausmaß der Regeln ab.

Auch eine Umfrage des Hotel- und Gastronomieverbandes Dehoga Hessen macht deutlich, wie prekär die Lage in diesem zweiten Corona-Winter für die Branche ist. „Das hessische Gastgewerbe leidet massiv. Die Lage ist sehr ernst“, sagt Hauptgeschäftsführer Julius Wagner. Im Durchschnitt hätten Hotels, Restaurants, Cafés, Kneipen, Clubs und Bars in Hessen allein im Monat November einen Umsatzverlust von 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019 verzeichnet. „Viele Betriebe können aktuell wirtschaftlich gar nicht mehr rentabel arbeiten“, heißt es weiter in der Mitteilung der Dehoga.

Der Bundestag hat die Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen. Darin heißt es unter anderem, dass Schließungen der Gastronomie möglich sind. Diese Regelung soll regional differenziert angeordnet werden können – je nach pandemischer Lage. Teil des neuen Gesetzes ist außerdem die Impfpflicht für Gesundheitseinrichtungen. Ausgangsbeschränkungen oder pauschale Schließungen von Geschäften und Schulen soll es nicht geben. (Daria Neu)

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