Niemand war "sicher"

Grusel-Dinner im Gasthaus Reitz: Ein Schmaus mit Graus

Dramatik: Mit fünf Akten unterhielten die vier Darsteller des Grusel-Dinner-Ensembles die Gäste. Bis auf Frankensteins Braut (Isabel Jasse) schlüpften alle in mehrere Rollen. Nachdem sich gegen Ende Braut und Bräutigam (Michael Dreesen) schließlich das Ja-Wort gegeben haben, geht es noch mal richtig zur Sache (Foto). Fotos: Temme

Schöneberg. Eine Vielzahl an Elexieren und Wässerchen, dazwischen ein Gehirn: Willkommen in Dr. Frankensteins Labor des Schreckens - im Gasthaus Reitz in Schöneberg.

Das hatte sich am Samstagabend zum Horrorlabor verwandelt, wo nicht nur schrecklich leckeres Essen die Gäste erwartete, sondern auch das Gruseln nicht zu kurz kam.

Zwischen den Speisen des Vier-Gänge-Menüs wurde das Publikum in die Welt von „Frankensteins Braut“ entführt. Neben Spannend-Schrecklichem gab es auch komödiantische Einlagen im Fünf-Akter, der von vier Darstellern des Grusel-Dinner-Ensembles aus Wiesbaden präsentiert wurde. Die hatten sich allerdings vor Spielbeginn Unterstützung im Publikum gesucht, so dass auch einige der Gäste mit zum Gelingen beitrugen. Dazu gehörte auch Dirk Heckmann aus Calden, der als Pater Braun am Ende des Stücks, eine Vermählung vornehmen sollte. Sowieso war keiner der Gäste sicher vor den Akteuren, die den gesamten Raum als Bühne nutzten.

Böse Haushälterin: Im Labor des Dr. Frankstein trägt sich so einiges zu - doch nicht nur mit Schauderhaftem, sondern auch Amüsantem wurden die Gäste in dem Stück gut unterhalten - darin wirkten auch Birte Sieding und Michael Dreesen mit.

Da konnte man schon mal einen Stupser in den Bauch bekommen mit der Ansage: „Wenn das Essen nicht gleich auf den Tisch kommt, beißt die mir hier noch in die Tischkante.“ Dran glauben mussten auch einige Dinner-Besucher, als sich die Braut „lebendes Material“ für die Fortführung der Experimente ihres Erschaffers unter den Gästen aussuchte: „Zeigen Sie mir mal Ihre Nase im Profil“ oder „Geben Sie mal Ihre Hand her“ waren nur einige der Aufforderungen.

Niemand im Rotlicht durchtränkten Saal war an diesem Abend sicher - gerade diese starke Einbindung gab dem Stück seinen besonderen Reiz. Verstärkt wurde dieser Effekt noch durch die immer wiederkehrende Ansage: „Die Türen sind verschlossen, niemand kommt mehr hinaus und hinein.“

Passend wurden auch die kulinarischen Köstlichkeiten von den Darstellern eingeleitet. So hieß es etwa, dass „der Salat extra von frischen Gräbern am Rande der Stadt geerntet sei“ oder der merkwürdige Beigeschmack des Giftpilzsüppchens daher rühre, dass Berta es mit Knochenmehl abgeschmeckt hätte.

Die gekonnte Mischung aus amüsanten und gruseligen Elementen, Darstellern mit viel Spielfreude, einer unterhaltsamen Geschichte und gutem Essen ließen die dreistündige Veranstaltung wie im Flug vergehen. „Mir hat es sehr gut gefallen und ich bin am überlegen, ob ich auch das nächste Grusel-Dinner hier wieder besuche“, erklärte Dieter Homburg aus Calden. Ende März kommenden Jahres wird das Ensemble nämlich mit Graf Dracula zu Gast in Schöneberg sein. (zta)

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