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Windpark-Streit: Vorsitzender der Klägerin unterstützte umstrittenen Verein

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Von: Daria Neu

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Der geplante Windpark Reinhardswald sorgt weiterhin für Zündstoff: Nun wurde öffentlich bekannt, dass Bernhard Klug, der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, lange Zeit den umstrittenen Verein „Vernunftkraft“ finanziell unterstützt hat. Symbol
Der geplante Windpark Reinhardswald sorgt weiterhin für Zündstoff: Nun wurde öffentlich bekannt, dass Bernhard Klug, der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, lange Zeit den umstrittenen Verein „Vernunftkraft“ finanziell unterstützt hat. Symbol © Thomas Thiele

Während die Arbeiten im geplanten Windpark Reinhardswald seit Monaten ruhen, kann auf Diskussionsebene rund um das Thema von Ruhe keine Rede sein. Im Gegenteil.

Reinhardswald –Der Streit zwischen Windpark-Kritikern und Projektierern sorgt immer wieder für Zündstoff. Zuletzt geriet eine Nachricht an die Öffentlichkeit, die für Aufregung auf Kläger-Seite gesorgt haben dürfte.

Bernhard Klug, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), die seit Februar vor Gericht gegen die Genehmigungen für den Bau der 18 Windkraftanlagen kämpft, bestätigte in dieser Woche öffentlich, dass er den bundesweit umstrittenen Verein „Vernunftkraft“ über Jahre mit einem Mitgliedsbeitrag finanziell unterstützt hat – und zwar bis vor Kurzem.

Die Initiative „Vernunftkraft“ spricht sich entschieden gegen Windkraft als zukunftsfähigen Energieträger aus und behauptet auf ihrer Internetseite unter anderem, dass „Windindustrieanlagen in verschiedener Hinsicht umweltschädlich“ seien und sich „Photovoltaik und Windindustrie als politische Placebos – allerdings ohne nennenswerten Effekt, dafür mit starken Nebenwirkungen“ erwiesen hätten.

Klug, der einräumt, dass er rund sechs Jahre Vereinsmitglied war, möchte den Sachverhalt im HNA-Gespräch aufklären. Er betont: „Ich war seinerzeit Pionier für den Ausbau von Windkraft in unserer Region. Ich bin definitiv kein Klimaleugner und auch kein Querdenker.“ Transparenz sei ihm sehr wichtig. Deshalb wolle er erklären: „Ich bin bundesweit in mehr als 50 Vereinen zahlendes Mitglied. Da geht es um Sport, Naturschutz und so weiter. Ich habe es schlicht und ergreifend versäumt, die Mitgliedschaft bei Vernunftkraft zu kündigen.“ Zu diesem Versäumnis stehe er.

Klipp und klar wolle er deutlich machen: „Ich habe einige Argumente von Vernunftkraft seinerzeit als sinnvoll erachtet, distanziere mich aber jetzt ganz klar von einigen Strömungen, die innerhalb dieser Initiative existieren.“ Und zwar? „Es gibt Mitglieder, die Klimaveränderungen leugnen.“ Sinnvoll habe er einst zum Beispiel die Argumentation des Vereins gefunden, dass Sonne und Wind keine ständig präsenten Energieträger seien und man daher Alternativen beziehungsweise Backups benötige.

„Ich habe meine Meinung geändert und dieses Recht steht mir zu“, sagt Klug. Nach wie vor stehe jetzt die sachliche Arbeit in Bezug auf den geplanten Windpark im Vordergrund. Er wolle sich auf den Schutz des Waldes konzentrieren. Die Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative Oberweser-Bramwald sei ihm hierbei nach wie vor wichtig. Sie unterstützt die Klage der SDW seit Februar.

Die Vorsitzende Gabriele Niehaus-Uebel antwortet auf Anfrage, dass die Bürgerinitiative ohne jeglichen parteipolitischen Hintergrund agiere. Auch sei sie unabhängig von anderen Verbänden und Initiativen. Ihr gehe es darum, auf Lücken und Fehler im Genehmigungsverfahren hinzuweisen. „Dies geschieht ausschließlich auf einer rein fachlichen und sachlichen Grundlage.“ Im Fall des Klageverfahrens Windpark Reinhardswald beim Verwaltungsgerichtshof werde man den Weg weiter gemeinsam mit der SDW gehen. (Daria Neu)

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