Bei Reanimation zählt jede Minute

Hand aufs Herz: Woche der Wiederbelebung in Hofgeismar gestartet

+
Hoffen auf viele interessierte Teilnehmer bei der Woche der Wiederbelebung: (von links) Peter Stahl, Dr. Stefan Mähler (beide Kreisklinik), Kreisbrandinspektor Sebastian Mazassek und Bürgermeister Markus Mannsbarth.

Obwohl beim Thema Reanimation jede Minute zählt, zögern viele Menschen noch, wenn sie Ersthelfer sind. Um das zu ändern, wurden in dieser Woche eine Reihe von Aktionen im Kreisteil gestartet.

Wer als Ersthelfer bei der Wiederbelebung zögert, riskiert bleibende Schäden. Das betonen die Ärzte Peter Stahl und Dr. Stefan Mähler zum Auftakt der „Woche der Wiederbelebung“ im Hofgeismarer Rathaus. Stahl, Oberarzt im Kreisklinikum, ist federführend in der Organisation der gestern gestarteten Aktionswoche und will die Bevölkerung für die Wichtigkeit des Themas sensibilisieren.

„Die ersten Zellen sterben schnell. Unumkehrbare Schäden treten im Gehirn bereits nach drei bis fünf Minuten auf.“, berichtet Mähler, Chefarzt in der Anästhesie, Intensiv- und Rettungsmedizin in der Kreisklinik. „Bis der Rettungswagen da ist, vergehen zumeist acht bis zehn Minuten“, zu lange also, um nicht selbst tätig werden zu müssen.

In Deutschland helfen nur wenige - Niederlande sind Spitzenreiter

Dass Aktionen wie diese notwendig sind, zeigen die Statistiken, die Peter Stahl bei der Auftaktveranstaltung im Hofgeismarer Rathaus präsentierte. So sei die Bereitschaft, eine Reanimation durchzuführen, in Deutschland relativ gering – nur rund 30 Prozent der Menschen führen im Ernstfall eine lebensrettende Herzdruckmassage aus. Zum Vergleich: Beim Spitzenreiter Niederlande sind es rund 70 Prozent.

Auch Rettungsdienste, Feuerwehren, DLRG, lokale Supermärkte und der Kassel Airport sind mit eigenen Aktionen dabei. Ganz besonders freute sich Stahl, dass auch Schüler und Lehrer der Gustav-Heinemann-Schule beteiligt sind.

Erste Hilfe ist nicht schwer

Um eine Wiederbelebung für Ersthelfer so einfach wie möglich zu gestalten, werden im Rahmen der Aktion drei einfache Schritte empfohlen. Atmung prüfen, den Notruf (112) wählen und im Anschluss mit der Herzdruckmassage beginnen. Mindestens 100 mal pro Minute sollte auf die Mitte des Brustkorbs gedrückt werden – so lange bis die Mitarbeiter des Rettungsdienstes beim Patienten sind.

Bis zum Donnerstag finden im Kreisteil verschiedene Aktionen zum Thema statt. Heute gibt es beispielsweise Vorträge, Vorführungen und Übungen in der Kreisklinik.

Infos zu den weiteren Veranstaltungen unter: https://zu.hna.de/2lUXlwa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.