Arbeitslosigkeit im Kreisteil Hofgeismar sinkt weiter

Handwerker sind heiß begehrt

Handwerk ist gefragt: Auch Bauhaupt- und Nebengewerbe sucht dringend Fachkräfte. Unser Bild zeigt Dachdecker bei der Arbeit im Landkreis.
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Handwerk ist gefragt: Auch Bauhaupt- und Nebengewerbe sucht dringend Fachkräfte. Unser Bild zeigt Dachdecker bei der Arbeit im Landkreis.

Deutlich gesunken ist die Arbeitslosenquote im Kreisteil Hofgeismar im Juni. Die Quote sank von 4,9 auf 4,0 Prozent.

Hofgeismar – Der Arbeitsmarkt scheint die Corona-Pandemie – nicht zuletzt dank Milliarden-Untersützung durch den Bund – gut überstanden zu haben. Das zumindest geht aus den Arbeitsmarktzahlen für die Region hervor, die gestern veröffentlicht wurden. Der nordhessische Arbeitsmarkt sei „entspannt im Sommermodus“, sagte der Leiter der Arbeitsagentur Kassel, Detlef Hesse.

Tatsächlich spiegeln die aktuellen Zahlen wenig von den pandemiebedingten Sorgen vieler Arbeitnehmer wider, die vor einem Jahr den Arbeitsmarktbericht prägten. Da kratzte die Arbeitslosenquote an der Fünf-Prozent-Marke und Hunderte von Betriebe meldeten für Tausendde von Beschäftigten Kurzarbeit an. In diesem Juni nutzten in Stadt und Kreis Kassel gerade einmal 20 Unternehmen für nicht einmal 100 Mitarbeiter dieses Mittel.

Die zunehmende Entspannung zeigt sich auch daran, dass die Arbeitslosigkeit bei allen Personengruppen sank. Junge und gesunde Jobsuchende finden vergleichsweise leicht eine Arbeitsstelle. Im Juni aber ging auch die Zahl der arbeitssuchenden Behinderten, der Älteren und der Langzeitarbeitslosen zurück. Zusammen mit der steigenden Zahl von Mitarbeitern, die Leiharbeitsfirmen suchen, ist dies ein Indiz dafür, dass die wirtschaftliche Delle vorbei ist.

Mit den sinkenden Arbeitslosenzahlen rückt wieder eine andere Problematik in den Vordergrund, die schon vor der Pandemie des öfteren die Schlagzeilen bestimmten: Der Mangel an Fachkräften. Vor allem das Handwerk sucht derzeit händeringend nach gut ausgebildeten Mitarbeitern.

Selbst grundsolide Traditionsunternehmen, die zukunftssichere Jobs bieten, können nicht alle Stellen besetzten. Beispielsweise gibt es im Baugewerbe einen großen Bedarf an Arbeitskräften, sagt Agentur-Chef Hesse.

Beim Hofgeismarer Unternehmen Sander Haus kann man das nur bestätigen. Seit 70 Jahren am Markt, in dritter Generation in Familienbesitz zählt das Unternehmen zu jenen Betrieben, die nicht nur einen guten Ruf haben, sondern auch sichere Arbeitsplätze bieten.

Aber, so sagt Marketing-Leiterin Nadine Hofmeyer, „gutes Personal ist schwer zu bekommen“. Ob Elektriker, Heizungsinstallateur oder Anlagenmechaniker – Fachkräfte sind gesucht. Selbst bei den Auszubildenden konnten nicht alle Stellen besetzt werden, sagt sie.

Dass viele junge Leute bei der Berufswahl einen Bogen um das Handwerk machen, ist ihr unverständlich. Die Berufe seien anspruchsvoll und interessant – und vor allem zukunftssicher.

„Ganz gleich, ob man eine Toilette im Baumarkt kaufen oder bei einem Lieferdienst bestellt – man braucht jemand, der sie anschließt“, bringt sie ein plastische Beispiel dafür, dass gutes Handwerk dauerhaft nachgefragt wird. (Michael Rieß)

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