Leichte Entspannung

Hausärztemangel in Hofgeismar: Pläne für Gemeinschaftspraxen gefordert

Hofgeismar. Im Hausärztemangel in und um Hofgeismar deutet sich eine leichte Entspannung an.

Die Ärztin Dr. Asta Klarner, die im Dezember ihre Praxis im Kernort Calden aus Altersgründen aufgab, arbeitet seit Anfang März mit einer halben Stelle in der Gemeinschaftspraxis am Steinweg in Hofgeismar.

Sie hatte fast 20 Jahre ihre Praxis in Calden betrieben und den Standort aufgegeben, weil sie trotz intensiver Suche keinen Nachfolger fand. 

Außerdem hatten zwei Allgemeinmediziner zum Jahresende ihre Praxen in Hofgeismar und Hombressen aus Altersgründen aufgegeben, so dass zum Jahreswechsel etwa 2600 Patienten einen neuen Hausarzt suchten und bis zu 40 Kilometer weit fahren müssen.

Der Plan, eine Zweigpraxis mit einer halben Stelle in den Räumen des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in der Kreisklinik Hofgeismar zu eröffnen, ist nach Informationen unserer Zeitung noch nicht hundertprozentig sicher. 

Dazu soll erst das zweite Treffen der Kreisteil-Ärzte mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) abgewartet werden, das am Freitag, 13. April, stattfinden soll. 

Für die Klinikseite sagte die GNH-Pressestelle, dass sie dazu nichts sagen könne. Die KV-Pressestelle verschob ihre Auskunft auf nach dem 13. April, weil noch aufwändige Abstimmungen nötig seien. Der Kreiseniorenbeirat hat die KV zu schnellerem Handeln aufgefordert. 

Früheres Handeln nötig 

Der Kreisseniorenbeirat des Landkreises Kassel fordert die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen auf, einer ihrer Aufgaben, nämlich die flächendeckende ambulante ärztliche Versorgung sicherzustellen, gerecht zu werden. Wie unsere Zeitung im Dezember berichtete, haben eine Arztpraxis Ende November 2017 in Calden und zwei weitere im Dezember 2017 in Hofgeismar geschlossen.

Die noch vorhandenen Ärzte sind nicht bereit, weitere Patienten zu behandeln, da sie mit den vorhandenen Patienten ausgelastet sind. Der Verweis der Kassenärztlichen Vereinigung, sich im Umkreis nach einem Arzt umzusehen, dürfte insbesondere für ältere Patienten beschwerlich beziehungsweise unmöglich sein, erklärte der Vorsitzende des Kreisseniorenbeirates, der Bürgermeister a. D. Horst Heusner (Lippoldsberg). 

In allen drei Fällen konnte bislang kein Nachfolger gefunden werden, heißt es in der Mitteilung. Heusner: „Wir fordern daher die Kassenärztliche Vereinigung auf, vorausschauend tätig zu werden, damit solche Fälle künftig nicht mehr vorkommen.“ 

Alter der Ärzte ist bekannt 

Da das Alter der praktizierenden Ärzte der Kassenärztlichen Vereinigung bekannt ist, ist absehbar, wann weitere mögliche Praxisschließungen anstehen werden, wenn keine Nachfolger gefunden werden. Hier sei es daher erforderlich, nach Problemlösungen im Vorfeld zu suchen.

„Falls absehbar ist, dass eine Neubesetzung durch einen Nachfolger nicht möglich sein wird, sind weitere Überlegungen hinsichtlich der Schaffung von Gemeinschaftspraxen in Erwägung zu ziehen, damit ein kontinuierlicher Übergang möglich wird“, sagte Heusner weiter. Es sollte nicht erst gehandelt werden, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, sondern vorausschauend nach Lösungen gesucht werden, damit die KV Hessen ihrem gesetzlichen Auftrag gerecht wird, heißt es abschließend.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/ dpa

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