Angespannte Lage

Heizöl auch im Kreisteil Hofgeismar so teuer wie seit Jahren nicht

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Ein Mitarbeiter eines Heizöllieferanten bereitet die Betankung eines Mehrfamilienhauses mit Heizöl vor. 

Der Preis für Heizöl im Kreisteil Hofgeismar kennt derzeit nur eine Richtung: Er geht nach oben. Allein seit Anfang des Jahres legte er um rund 30 Prozent zu.

Er stieg von gut 60 auf über 80 Euro (brutto) je 100 Liter. Damit ist er so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Fachleute rechnen auch nicht damit, dass es in den nächsten Wochen zu einer Entspannung kommt, obwohl „es weltweit genügend Öl gibt“, wie Jan Donig vom gleichnamigen Mineralölhandel in Hofgeismar sagt.

Die Situation am deutschen Markt „ist im Moment sehr angespannt“, weiß Ingo Seeligmüller vom Verband für Energiehandel Südwest-Mitte. Die Ursachen dafür seien sehr komplex, wie zum Beispiel die Konflikte im Nahen Osten, der Ausfall der Raffinerie bei Ingolstadt nach einem Brand und auch das Niedrigwasser in den Flüssen spiele eine Rolle. Ingolstadt führte dazu, dass in Süddeutschland die Versorgung knapp wurde und die Preise stiegen, das Niedrigwasser schränkte den Transport von Rohöl ein, erklärt Donig.

All das habe dazu geführt, dass der Preis stieg. Hinzu kommt, dass die Heizperiode bevorsteht – und damit Nachfrage und Preis weiter steigen. Von Dienstag auf Mittwoch beispielsweise gab es den Sprung von 82 auf 83 Euro, sagt Donig. Wer mit dem Öl im Tank nicht über den Winter kommt, solle jetzt ordern. Viele machen das schon, hat Donig beobachtet. Die reguläre Lieferzeit liegt bei etwa zwei Wochen.

Aber: „Wenn der Tank leer ist, kommen wir natürlich auch sofort“, betont Donig. Man lasse niemanden im Kalten sitzen. Der Preis bleibt der gleiche – und das unterscheide die Öllieferanten vor Ort von jenen im Internet. 

Die lassen sich jeden Service extra bezahlen. „Das ist wie Heizöl bei Ryanair zu ordern. Mit jedem Klick wird es teurer“, sagt Dirk Lassen-Beck vom Unternehmen Albert Beck (Kassel). „Bei uns ist der Service schon im Preis drin. Da gibt es keine versteckten Kosten“, so Donig. 

Tipp: Bald mit Brennstoff eindecken

Wer jetzt schon nahezu leere Heizöltanks hat, sollte sich möglichst bald mit Heizöl eindecken. Denn zu den Lieferengpässen wegen des Niedrigwassers auf den Flüssen kommt in den nächsten Wochen die steigende Nachfrage hinzu. Auch die Internet-Plattformen, bei denen man sich über Preise und Tendenzen beim Heizöl informieren kann, gehen nicht von sinkenden Preisen in absehbarer Zeit aus. 

Der höchste Preis lag im Oktober 2012 bei 95 Euro/100 Liter und fiel bis 2016 auf knapp 40 Euro/100 Liter. Am niedrigsten lag er im Februar 2016. Damals mussten 38 Euro je 100 Liter bezahlt werden. Seitdem steigt der Preis kontinuierlich an auf jetzt etwa 83 Euro/100 Liter. Die Preise beziehen sich jeweils auf eine Abnahmemenge von 3000 Liter. Bei geringeren Mengen ist er erfahrungsgemäß höher.

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