Mit 20.000 Euro dotiert

Landespreis für Verein Generationenhaus Bahnhof Hümme

Außenansicht Bahnhof Hümme
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Der Bahnhof Hümme: Nach zweieinhalb Jahren Umbau und viel Eigenleistung der Bevölkerung wurde das Gebäude im Oktober 2015 als Mehrgenrationenhaus in Betrieb genommen. Links im Hintergrund ist eine Regiotram zu sehen.

20.000 Euro kann man eigentlich immer gut gebrauchen. Manchmal weiß man auch schon sofort, was man damit anfangen möchte.

Hümme - So geht es dem Verein Generationenhaus Bahnhof Hümme, der beim Wettbewerb „Aktion Generation – lokale Familien stärken“ den ersten Preis erhalten hat – und damit besagte 20.000 Euro.

„Das passt uns gerade gut“, sagt Vereinsvorsitzender Peter Nissen. Man müsse gar nicht lange überlegen: Das Geld könne in das geplante Projekt einer Jugendkunstschule fließen. Dafür wird gerade das ehemalige Waschhaus gegenüber dem Bahnhof umgebaut. „Das machen wir zusammen mit der Stadt Hofgeismar, die ist da auch sehr engagiert und unterstützt uns“, sagt Nissen.

Mitte November sollen die letzten Arbeiten am Gebäude abgeschlossen sein. Dann gelte es, dass Waschhaus mit Ausstattung wie Stühlen und Tischen zu füllen – und mit Leben. Man wolle eine hauptamtliche Kraft einstellen und dazu Honorarkräfte, die Kurse geben können, erläutert Nissen. Solche Kunstschulen, die Kinder und Jugendliche an bildnerisches und plastisches Gestalten heranführen, gebe es sonst eher in größeren Städten wie Kassel, ergänzt er. Daran wolle man sich orientieren, Mitglied im Bundesverband der Jugendkunstschulen werden – und in Hümme damit das Angebot noch erweitern.

Angebote werden gut angenommen

Das ist jetzt schon umfangreich: von der Hausaufgabenbetreuung über den offenen Treff bis hin zu Workshops und Konzerten. Seit 2012 gibt es den Verein, seit Oktober 2015 wird der alte Bahnhof als Generationenhaus genutzt. Man habe sich nicht träumen lassen, mal so einen Erfolg zu haben, sagt Nissen. Aber die Leute würden die Angebote sehr gut annehmen, egal ob jung oder alt. Genau das sei ja auch der Ansatz: generationenübergreifend, mit viel ehrenamtlichen Engagement dahinter. „Das ist genau unser Ding, das leben wir.“

Und genau dafür gab es jetzt in Wiesbaden den Preis, den Sozialminister Kai Klose an Inge Seidenstücker sowie Beate Carl stellvertretend für den ganzen Verein überreichte. Der Wettbewerb wurde zum siebten Mal ausgeschrieben. Schwerpunkt war 2021 das Thema „Intergenerative Solidarität in Zeiten der Pandemie“. Die kreativen Konzepte der Preisträger zeichneten sich dadurch aus, so der Minister, dass sie das gemeinsame Miteinander von Jung und Alt auch in Zeiten der Pandemie fördern, Verantwortungsübernahme vor Ort unterstützen und bestehende Strukturen und Hilfsangebote vernetzen.

Peter Nissen: Preis ist Anerkennung für Arbeit

Und dies in Hümme offensichtlich am preiswürdigsten: Fünf Preisträger waren in der Endauswahl um den Hauptpreis, der schließlich an den Verein Generationenhaus ging. „Wir haben uns wirklich sehr gefreut“, sagt Peter Nissen. Erst einmal habe es dazu einen regen Telefonaustausch gegeben, man wolle das Ganze aber auch noch einmal in Ruhe im Verein würdigen. Schließlich ist ein solch hoch dotierter Preis auch als Anerkennung für fast ein Jahrzehnt Arbeit und Engagement zu sehen, dass im Verein Generationenhaus, von sechs hauptamtlichen Teilzeitkräften unterstützt, vornehmlich von rund 30 Ehrenamtlichen geleistet wird. Die kommen, bis auf einzelne Hofgeismarer Helfer bei Veranstaltungen, alle aus dem Ort.

Das passte dann offensichtlich wunderbar zum Sinnbild des Wettbewerbs, wie es der Sozialminister beschrieb: „Der Begriff ‘lokale Familie´ geht über klassische Verwandtschaftsbeziehungen hinaus und meint eine örtliche Gemeinschaft, in der unterschiedliche Menschen mehrerer Generationen zusammenleben und füreinander Verantwortung übernehmen.“ Genau so, wie es in Hümme der Fall ist.

Angebote im Bahnhof Hümme

Einen Überblick über die Angebote im Bahnhof Hümme (Tel.: 05675/ 2 51 98 71) gibt es unter generationenhaus-huemme.de. Die nächsten größeren Veranstaltungen sind ein märchenhaftes Figurentheater „Theater der Nacht – Der Vogelkopp“ am 5. November ab 20 Uhr sowie ein Konzert mit der Rock-Coverband Albatross am 6. November, 20 Uhr. Es gilt jeweils die 3-G-Regel, Karten unter tickets.hofgeismar.de oder in der Tourist-Info. Offener Treff für alle Interessierten: montags und dienstags 11 bis 16 Uhr, mittwochs 12 bis 17 Uhr, donnerstags 15 bis 17 und freitags 14 bis 17 Uhr. (Matthias Müller)

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