Hessentag in Hofgeismar: Apothekenstraße wird zur Kunstmeile

Gartenarbeit: Monika Steiner, Gunnar Seng, Andrea Frömming, Tina Pflüger und Uli Bräuning (von links) brachten Struktur in den verwilderten Garten in der Apothekenstraße 11. Foto:Temme

Hofgeismar. Künstler aus dem Kreisteil wollen beim Hessentag in der Hofgeismarer Altstadt zum Hessentag ihre Arbeiten zeigen

Während die einen Struktur in den verwilderten Garten brachten, tätigten die anderen erste Handgriffe im Haus: Erstmals kamen Mitglieder der Initiative Kulturbogen Esse-Diemel-Weser nun in der Apothekenstraße 11 in Hofgeismar zusammen, um dort Arbeiten am Kunsthaus für den Hessentag zu verrichten.

„Bisher hat jeder sein Süppchen selbst gekocht - zum Hessentag wollten wir dies nun ändern“, sagte Peter Nissen. Damit spielt er auf die fünf Kunstvereinigungen aus Grebenstein, Trendelburg, Mariendorf, Hümme und Wülmersen an, deren Mitglieder nicht nur zum großen Volksfest eine gemeinsame Ausstellung auf die Beine stellen wollen, sondern dafür nun auch den Ausstellungsort mit vereinter Kraft und Spucke herrichten. Zu einem ersten Arbeitseinsatz trafen sich jetzt zehn Initiative-Mitglieder in dem recht verwahrlosten Haus im Petriviertel, welches beim Hessentag allerdings als stimmungsvolle Galerie glänzen soll. „Heute haben wir erstmal etwas Licht in den Garten gebracht“, erklärte Andrea Frömming. Dies sei wichtig, da sie hier Rasen säen wollten, damit man den Garten auch als Sitzgelegenheit nutzen könne.

21 Ausstellungsräume 

Aufräumen: Rolf Steiner, Annemarie Feuring und Peter Nissen waren vorm Haus im Einsatz.

Für das Haus aus dem 17. Jahrhundert als Ausstellungsmöglichkeit hat sich die Initiative entschieden, da es über eine Vielzahl an kleinen Räumen verfügt. „Insgesamt hat das Gebäude 21 Zimmer, die wir nun nach und nach unter den Künstlern aufteilen werden“, ergänzte Nissen. Natürlich sind die Räume allesamt in einem nicht vorbildlichen Zustand, doch das sei dann die Sache des jeweiligen Ausstellers diese herzurichten. Da die Zimmer überwiegend recht dunkel sind, will die Künstlervereinigung auf jeden Fall Strom im Haus legen. Auch für Toiletten und das Treppenhaus sehen sie sich zuständig. „Geländer werden wir noch anbringen müssen und eine Toilette haben wir sogar schon in Gang gebracht“, verrät Gruppensprecher Nissen, der sonst bei der Initiative Hümme Unser Dorf mitwirkt.

Dass das Haus nicht nur ein außerordentlich guter Ausstellungsort ist, sondern auch optimal gelegen , davon ist die Gruppe überzeugt: „Direkt neben uns wird es noch eine Kunstausstellung geben, außerdem sind das Apothekenmuseum und das Stadtmuseum nicht weit entfernt - wir bilden sozusagen die Kunst- und Kulturmeile.“

Rund 20 Künstler wollen bislang im Kunsthaus ausstellen - von Malerei über Fotografie bis hin zu Skulpturen und Installationen werden dann dort zu sehen sein. Pünktlich zum Hessentag soll auch die Vernissage stattfinden, am 29. Mai 2015 um 18 Uhr sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

Nach dem Hessentag endet das Mietverhältnis wieder. Allerdings zeigt sich Nissen optimistisch was die Kunst- und Kulturlandschaft in Hofgeismar anbelangt: „ Durch den Hessentag ist einiges in Schwung gekommen, bestimmt wird unser Bündnis hier auch in Zukunft noch einiges ins Leben rufen.“

Hintergrund

Der Kulturbogen Esse-Diemel-Weser wurde vor zwei Jahren gegründet. Dazu zählen Freiraum Kunst und Kultur Grebenstein, Kunst säen und Sehen Trendelburg, Kulturschmiede Mariendorf, Intitiative Hümme Unser Dorf und Museum Wasserschloss Wülermsen. In Vorbereitung auf die Ausstellung im Kunsthaus am Hessentag haben sich zwei Teams gebildet: Ein Organisationsteam, dem Peter Nissen vorsteht und ein Kuratorium, welches von Doro Fellinger angeführt wird. (zta)

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