HNA-Interview: Bürgermeister Sattler blickt zum Abschied zurück

Letzter Arbeitstag im Rathaus: Der „alte Fahrensmann“ als den sich Heinrich Sattler selber sieht, räumt heute seinen Schreibtisch, an dem im neuen Jahr sein Nachfolger Markus Mannsbarth Platz nehmen wird. Foto:  Henke

Hofgeismar. Silvester war Heinrich Sattlers letzter Tag im Amt als Bürgermeister von Hofgeismar. Wir sprachen mit ihm über seine Erfolge und Niederlagen.

Herr Sattler, nach 18 Jahren im Bürgermeisteramt haben Sie heute Ihren letzten Arbeitstag im Rathaus. Welchen Ratschlag geben Sie Ihrem Nachfolger Markus Mannsbarth mit auf den Weg? 

Heinrich Sattler: Er hat ganz allein die Wahl gewonnen. Er darf sich nicht verbiegen lassen und seinen persönlichen Stil finden. Er muss zeigen, dass er den Hut aufhat und bereit sein, auch persönlich Verantwortung für Entscheidungen zu übernehmen. Er muss führen - das ist sein Job.

Für Ihre Partei bedeutete die Bürgermeisterwahl eine herbe Niederlage. Wie geht es weiter mit der CDU in Hofgeismar? 

Sattler: Das wird erst mal keine leichte Zeit. Im Hinblick auf die Kommunalwahl 2016 bedarf es sicher einer inhaltlichen und personellen Neuaufstellung. Bislang wurde die CDU-Fraktion oft gebremst, weil ihr Bürgermeister im Amt war. Auf den galt es, Rücksicht zu nehmen. Da konnte sie keine echte Oppositionspolitik betreiben. Nun sind die Verhältnisse anders, so dass man auch eine andere CDU erleben wird.

Werden Sie sich weiter einmischen in Parteiangelegenheiten? 

Sattler: Ich bin Ehrenvorsitzender meiner Partei und werde Ratschläge geben, wenn ich gefragt werde. Bestimmt werde ich die Politik nicht ganz aus den Augen verlieren, aber mit so viel Leidenschaft werde ich nicht mehr dabei sein.

Das Kapitel Beberbeck ist zugeschlagen. Jetzt steht der Hessentag vor der Tür - ein weiteres Großereignis für Hofgeismar. 

Sattler: Ja, da bin ich ein wenig stolz drauf, dass es uns gelungen ist, das Landesfest in unsere Stadt zu holen. Damit fließen Millionen an Fördermitteln nach Hofgeismar, die wir sonst nie bekommen hätten. Für mich persönlich kompensiert das dann doch noch die Beberbeck-Niederlage.

Wie werden Sie den Hessentag selber erleben? 

Sattler: Ich werde mich in einer Sänfte durch die Stadt tragen lassen (lacht) und das Treiben genießen. Wichtiger aber als eine Woche zu feiern, ist doch, dass wir als Stadt gemeinsam etwas auf die Beine stellen. Das schweißt die Gesellschaft zusammen.

Und wie wird die Stadt nach dem Hessentag dastehen? 

Sattler:  Der neue Bahnhof wird die Verkehrsinfrastruktur verbessern und den ÖPNV attraktiver machen. Nach über 30 Jahren erhält die Fußgängerzone ein neues, freundliches Antlitz. Davon profitiert der Handel, weil Kunden angezogen werden und eine neue Aufenthalts-Qualität beim Einkaufen und Schlendern entsteht. Durch die Aufnahme in das Förderprogramm „Aktive Kernbereiche“ werden wir auch in den nächsten acht bis zehn Jahren vom Hessentag profitieren. Und nicht zuletzt soll der Lauf der Esse renaturiert werden und dort, wo die Ausstellung Natur auf der Spur stattfindet, ein neues Naherholungsgebiet entstehen. Insgesamt wird unsere Stadt einen großen Sprung nach vorne machen. (geh)

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