Blick hinter die Kulissen des Tierparks: Neue Serie „Tierisch erfolgreich“

HNA-Mitarbeiter arbeitete einen Tag im Tierpark Sababurg

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Lecker Frühstück: Den Mufflons hat Sascha Hoffmann frische Körnerbrötchen mitgebracht.

Sababurg. In unserer neuen Serie „Tierisch erfolgreich“ blicken wir hinter die Kulissen des Tierpark Sababurg. Im ersten Teil stellen wir die Arbeit der Tierpfleger vor.

Helmut und Suse schlafen noch. Tief und fest. Es ist ja auch noch früh, gerade einmal kurz nach sieben, als ich mein Kurzpraktikum als Tierpfleger im Tierpark Sababurg beginne. Da muss schon etwas Besonderes kommen, um die Aufmerksamkeit der zwei Sattelschweine zu wecken. Ein Eimer Futter etwa, den Lars Weß gerade aus der Futterzentrale im Bauernhof geholt hat und den Langschläfern zum Frühstück serviert.

Seit acht Jahren arbeitet der 25-Jährige als Tierpfleger am Fuße des Jagdschlosses, weiß genau, wie seine tierischen Freunde ticken. „Es kann schon sein, dass Helmut und Suse sich nicht mal für das Futter interessieren“, sagt er und lässt das Getreidegemisch in den Holztrog rieseln. Suse rührt sich tatsächlich kein Stück, nur Helmut, der befördert seine 600 Kilo Lebendgewicht gemächlich gen Frühstücksbuffet.

Während er es sich mit zufriedenem Schnaufen schmecken lässt, kontrollieren wir die gegenüberliegenden Gatter der Hühner und Enten. In einem machen wir eine traurige Entdeckung: vier tote Entenküken. „Sie sind wohl in der Nacht geschlüpft und erfroren, weil sich ihre Mutter nicht um sie gekümmert hat“, sagt Tierpfleger Weß. Das seien die unschönen Seiten seines Berufes, doch auch die gehörten nun mal dazu.

Ausgebüchstes Mufflon-Kalb 

So auch unvorhersehbare Einsätze wie das Einfangen ausgebüchster Vierbeiner. Unsere Fahrt zu den Mufflons nämlich endet schon nach wenigen Metern, als Weß ein freilaufendes Kuhkalb einfangen muss. „Es ist wohl durch eine Lücke im Zaun geschlüpft und nutzt nun die Chance, die Umgebung zu erkunden“, sagt er lachend, bevor wir unsere Morgentour zu den Wollschweinen, Mufflons und Steinböcken fortsetzen.

Im Gehege der Steinböcken greife ich erstmals zu Mistgabel und Besen, um unter argwöhnischer Beobachtung der Bewohner für Ordnung zu sorgen. Ich solle die kritischen Blicke nicht persönlich nehmen, sagt mein Kollege, die nämlich gälten ihm. „Der Chef der Bande hat vor kurzem für einen Rundumcheck eine Vollnarkose bekommen, das nimmt er mir bis heute übel.“ Freundlicher empfängt mich Fridolin. Der alte Esel schaut mir neugierig zu, wie ich die großen Kothaufen zusammenfege und in einer Schubkarre davon transportiere. „Wenn ihm langweilig ist, schmeißt er die auch gern mal um“, sagt Weß.

Tierpark Sababurg: HNA-Reporter arbeitet als Tierpfleger mit

Heute glücklicherweise nicht, und so bleibt auf der Rückfahrt zum Bauernhof noch Zeit für eine Stippvisite bei den Kattas. Den putzigen Äffchen komme ich näher als gehofft. Moritz, eines der drei aus Madagaskar stammenden Tiere, springt kurzerhand auf meine Schulter, um mir die mitgebrachten Rosinen direkt aus der Hand zu stibitzen. Für mich der Höhepunkt des Tages, für die Tierpfleger eine willkommene Abwechslung im harten Alltag, der gut und gerne zu 70 Prozent aus Ausmisten besteht. Das machen sie Tag für Tag, damit sich alle Tiere so wohl fühlen wie Helmut und Suse, die schon - oder noch immer - tief und fest schlafen, als ich meine Schicht beende.

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