Hochbetrieb auf Baugerüsten

Förderprogramm erleichtert Fassadensanierungen in der Altstadt

Hoch hinaus: Nach fast 30 Jahren bekommt das Hofgeismarer Rathaus auch außen wieder frische Farbe. Gelitten hat vor allem die Wetterseite. Malermeister Günther Niggemann (im Bild an einem Ecktürmchen auf dem Dach ) aus Borgentreich und seine Mitarbeiter streichen die Mauern von einem zehn Etagen hohen Gerüst. Zuvor wurden Schäden im Putz und Mauerwerk behoben. Alle Fotos: Thiele

Hofgeismar. Einen seit Jahrzehnten nicht gesehenen Anblick bietet derzeit die Hofgeismarer Altstadt: Gleich an einem halben Dutzend historischer Gebäude sind Baugerüste errichtet und Malerfirmen und andere Handwerker bringen das Äußere wieder auf Vordermann.

Ursache ist der Hessentag, der im kommenden Frühsommer Tausende Besucher in die Stadt bringen wird. Neben öffentlichen Maßnahmen, wie der Sanierung des Rathauses sowie weiterer Projekte (siehe unten) werden auch Privatleute gefördert. Die Stadt hat dafür ein eigenes Förderprogramm beschlossen.

Nach Angaben von Henning Hartmann vom Bauamt der Stadt kommt das gut an. Zahlreiche Hausbesitzer haben sich bereits bei Veranstaltungen und im Rathaus informiert und Anträge geholt, 28 Sanierungsvorhaben wurden bereits bewilligt. Die Zeit wird knapp. Zwar können noch bis zum nächsten Frühjahr Anträge gestellt werden, doch spätestens beim Beginn des Hessentages müssen die Arbeiten abgeschlossen sein. Das ist Bedingung für die Zuschüsse.

Feinarbeit: Ende Oktober ist schon ein kritischer Zeitpunkt für die Malerarbeiten, zum Glück sind die Temperaturen noch erträglich. (im Bild Mitarbeiter der Firma Hofeditz/Trendelburg).

Alle Vorhaben müssen mit der Denkmalpflege abgestimmt werden. Das sei aber problemlos, sagt Hartmann, da die Objekte in der denkmalgeschützten Altstadt stehen und sich meist nur um Details handele. Die Anträge werden mit einem Kostenvoranschlag bei der Stadt eingereicht. Dazu ist die Denkmalrechtliche Genehmigung nötig, die man relativ schnell bei der Unteren Denkmalbehörde des Landkreises in der Manteuffelanlage (05671/8001-2408, -2466) bekommt (Zweifelsfälle werden mit dem Bezirkskonservator Dr. Wolf in Marburg abgestimmt).

Für die Details der Sanierung - etwa die Farbwahl - bekommt man eine kostenlose Beratung durch den im Auftrag des Kreises tätigen Architekten Peter Reuting. Das ist weniger aufwändig als es 1985/86 die Abstimmung über die Farbe für das sanierte Hofgeismarer Rathaus war: Damals gab es eine Abstimmung der Bürger, die sich für die jetzt aufgefrischte mediterrane Farbgebung entschieden.

Privatleute können weiter Anträge stellen: Derzeit ist noch ausreichend Geld da.

Hintergrund: Reihenfolge ist wichtig

Nach den im März 2014 beschlossenen Förderrichtlinien gewährt die Stadt Hofgeismar Zuschüsse für die Fassaden-, Dach- und Fenstersanierung an historischen oder ortsbildprägenden Gebäuden.

Gezahlt werden jeweils 25 Prozent der Kosten, und zwar bei ins Denkmalbuch eingetragenen Gebäuden maximal 20 000 Euro und bei als erhaltenswert eingestuften Gebäuden maximal 8000 Euro. Die Anträge können bis Mitte März 2015 gestellt werden, die Arbeiten müssen aber bis spätestens 30. Mai abgeschlossen sein.

Entscheidend ist, dass die Arbeiten erst beginnen dürfen, wenn der Zuschuss bewilligt ist. Die Gebäude müssen sich gemäß des Denkmalbuches (Denkmaltopografie Kreis Kassel) innerhalb der Gesamtanlage Altstadt, Neustadt oder Petrivorstadt befinden. (tty)

Von Thomas Thiele

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