Kandidaten in Lauerstellung

2020 werden im Kreisteil Hofgeismar in fünf Orten Bürgermeister gewählt

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Die Rathäuser im Kreisteil Hofgeismar bekommen 2020 neue Bürgermeister

Fünf der Kommunen im Kreisteil Hofgeismar wählen im kommenden Jahr einen Bürgermeister. Erste Weichen dafür werden in Hofgeismar, Calden, Liebenau, Oberweser und Reinhardshagen gestellt.

Die CDU Hofgeismar hat einen neuen Vorsitzenden: Alexander Grün tritt die Nachfolge von Heinrich Sattler an, der nicht mehr für das Amt kandidierte. Voriges Jahr wurde Grün als 18-Jähriger in den Vorstand der Kreis-CDU gewählt, JU-Vorsitzender in Hofgeismar war er da schon. 

Als personelle Weichenstellung für die Bürgermeisterwahl in Hofgeismar gilt der Sprung Grüns an die Spitze der Union aber nicht. Dabei macht man sich in Hofgeismar durchaus schon Gedanken, wer im kommenden Jahr gegen Markus Mannsbarth (SPD) antreten soll. Wer es ist, ist genauso offen wie die Frage, ob Mannsbarth nochmal antritt.

Caldener Amtsinhaber hat noch unentschlossen

Ähnlich sieht es in Calden aus, Dort hat sich nach eigenen Worten Amtsinhaber Maik Mackewitz noch nicht entschieden, ob er kandidiert.

Als erstes werden vermutlich die Wähler des heutigen Oberweser und Wahlsburg bestimmen, wer Bürgermeister im neuen Wesertal wird. Ob Cornelius Turrey, Bürgermeister von Oberweser, antritt und einen Gegenkandidat erhält, ist noch offen. Voraussichtlich im Juni wird in Reinhardshagen gewählt. Amtsinhaber Fred Dettmar (UWG) wird sich um eine dritte Amtszeit bewerben. Ein Gegenkandidat ist noch nicht nominiert.

Spannend wird es im Herbst in Liebenau. In der örtlichen FWG, die Bürgermeister Harald Munser trägt, gibt es Widerstände gegen den Amtsinhaber. Ob er noch mal antritt, ist fraglich. 

Am Mannsbarth hält sich bedeckt, CDU sucht

Am Abend des 14. September 2014 war die Sensation in Hofgeismar perfekt. Die CDU hatte die Bürgermeisterwahl in der ehemaligen Kreisstadt haushoch verloren, die SPD hat den Bürgermeistersessel wieder zurückerobert, den ihr Heinrich Sattler (CDU) 18 Jahre zuvor abspenstig gemacht hatte. 

Markus Mannsbarth (SPD), der bis dahin nicht zu den politisch Auffälligsten in Hofgeismar zählte, hatte sich im ersten Wahlgang überraschend deutlich mit 56,4 Prozent gegen die Mitbewerber Gotthard Brand (CDU, 22,9 Prozent) und Jürgen Knauf (WSD, 20,7 Prozent) durchgesetzt. 

Markus Mannsbarth, Bürgermeister von Hofgeismar

Nächsten Herbst steht die Wiederwahl von Mannsbarth an. Als der starke, redegewandte und charismatische Bürgermeister, wie sein Vorgänger Sattler, gilt er nicht. Die Wiederwahl wird also kein Selbstläufer werden. Sein Vorteil aber ist, dass die Konkurrenz auch über keinen Kandidaten verfügt, der sich auf den ersten Blick aufdrängt. 

Die CDU hätte vergangene Woche bei ihrer Mitgliederversammlung die Möglichkeit gehabt, erste Signale in Richtung Bürgermeisterwahl zu stellen. Heinrich Sattler trat als CDU-Chef nicht mehr an. 

Union setzt auf Jugend

Die Wahl eines neuen starken Mannes oder einer durchsetzungsfähigen Frau an die Spitze hätte ein Zeichen gesetzt. Die Union entschied sich für die Jugend, wählte einstimmig den noch in Ausbildung befindlichen Alexander Grün zum Chef. Dass er als Bürgermeisterkandidat antritt, ist unwahrscheinlich. 

Gleiches gilt für seine beiden Stellvertreter: Gotthard Brand und Sergej Moskalik. Das nährt den Verdacht, dass die Personalentscheidung bei der Union längst noch nicht gefallen ist. 

Offen ist, wie sich die WSD entscheiden wird. „Wir nehmen am politischen Prozess teil“, sagt Stadtverordneter Jürgen Knauf. Ob die WSD aber einen Kandidaten aufstellen werde, sei noch völlig offen. 

Bedeckt hält sich auch der Amtsinhaber. „Noch stellt sich die Frage nicht“, sagt Mannsbarth. „Es sind so viele Projekte in der Mache“, sagt der 46-Jährige, da habe diese Personalentscheidung, die zudem mit der SPD abzustimmen sei, noch Zeit. Bis Ende des Jahres wolle er sich äußern.

Entscheidung im Frühjahr Mackewitz-Kandidatur in Calden offen

In Calden sind ein knappes Jahr vor der Wahl noch viele Fragen unklar. Ob Bürgermeister Maik Mackewitz , in eine zweite Amtszeit gehen würde, ist noch unklar. „Die Frage stellt sich im Moment für mich auch noch nicht“, sagt er auf HNA-Anfrage. Erst im Frühjahr wolle er eine Entscheidung treffen. 

Maik Mackewitz, Bürgermeister von Calden

Bis dahin werden auch die Fraktionen die Lage sondiert haben. Bei der Jahreshauptversammlung Anfang November wolle man das diskutieren, sagt Irmgard Croll von der FWG. 

Man habe aber ohnehin schon Probleme, ausreichend Kandidaten für die Gemeindevertretung zu finden, für das Bürgermeisteramt könne das ebenfalls ein Hindernis sein. Ausschließen wolle sie das aber nicht. 

Ähnlich die Lage bei der CDU: Man müsse das noch besprechen und könne nichts ausschließen, sagt Gemeindeverbandsvorsitzender Michael Seidel. Bei der SPD bestehe derzeit noch kein konkretes Interesse an einer Kandidatur. 

Man wolle aber auf jeden Fall abwarten, ob Mackewitz, mit dem man sehr zufrieden sei, wieder kandidieren würde, sagt der Fraktionsvorsitzende Andreas Wende. Sicher würde das Thema intern aber noch diskutiert werden.

Dettmar gegen Unbekannt Wahlen in Reinhardshagen sind voraussichtlich im Juni

In Reinhardshagen wird sich Amtsinhaber Fred Dettmar erneut zur Wahl stellen. Ein möglicher Gegenkandidat wird es gegen den im Ort allseits präsenten 57-Jährigen schwer haben. Gravierende Fehler hat der gelernte Bankkaufmann in seiner bislang elfjährigen Amtszeit nicht gemacht, zudem ist die ihn tragende UWG im Ort sowie in den Vereinen stark verankert und hat im Parlament fast eine Zweidrittel-Mehrheit. 

Kontroverse Sachauseinandersetzungen gibt es dennoch und so hatte die in Reinhardshagen traditionell kleine CDU (knapp sieben Prozent bei der Kommunalwahl) schon früh angekündigt, einen Gegenkandidaten nominieren zu wollen. Im November werde man weitersehen, hatte Parteichefin Jutta Schauer gesagt. Die Union hofft, dass die SPD ihren Kandidaten mitträgt. 

Fred Dettmar, Bürgermeister von Reinhardshagen

Grundsätzlich ist man bei den Sozialdemokraten nicht abgeneigt, dies zu machen, sagt die zweite SPD-Vorsitzende Astrid Zierenberg, konkrete Gespräche hätte es aber noch nicht gegeben. Selbst werde die SPD keinen Bewerber nominieren. 

Das Thema war schon lange auf der Tagesordnung, die SPD wollte aber abwarten, ob der Amtsinhaber erneut antritt. Hätte er nach seinem Herzinfarkt im Sommer 2018 beschlossen, sich aus dem politischen Leben zurückzuziehen, dann hätte wohl kein Weg an einem eigenen SPD-Kandidaten vorbeigeführt. 

SPD in einer Schockstarre

Doch als Dettmar ankündigte, er sei wieder völlig genesen, und auch die Ärzte hätten keine Bedenken gegen eine erneute Kandidatur, sah es anders aus. 

Die SPD in Reinhardshagen ist ohnehin in einer Art Schockstarre. Nach dem altersbedingten Rückzug von Gisela Stuparek fehlte eine ihrer Gallionsfiguren im Parlament. Der plötzliche Herztod von Helga Pfleger vor einer Woche nahm den Sozialdemokraten eine weitere Führungsfigur, die das Ohr am Bürger hatte. 

So wird es an der CDU liegen, ob sich ein Mitbewerber findet. Dettmar hätte nichts dagegen. Ihm sei es lieber, einen Gegenkandidaten zu haben. Denn um bei einer Wahl die Wahl zu haben, bedürfe es Alternativen. 

Dettmar kennt beides: Bei seiner ersten Wahl 2008 setzte er sich mit 57,6 Prozent gegen SPD-Mitbewerber Wolfgang Hodan durch, bei der Wiederwahl ohne Gegenkandidaten wurde er mit 85,9 Prozent bestätigt. Politisch gesehen gelten Wahlsiege gegen Mitbewerber als stärkere Signale, selbst wenn die Zustimmung prozentual geringer ist.

Bisher anderes zu tun gehabt Neuwahl in Wesertal am 10. Mai – Quentin macht weiter

An der Weser ist die Situation wegen der anstehenden Fusion von Wahlsburg und Oberweser zur neuen Gemeinde Wesertal etwas komplexer. Die Bürgermeisterwahl ist am 10. Mai. Auf HNA-Anfrage sagte Oberwesers Bürgermeister Cornelius Turrey, dass er sich noch keine Gedanken gemacht habe, ob er nochmal antrete. Das sei ja noch etwas hin und man hatte bisher andere Sachen zu lösen. Von einem Gegenkandidaten sei ihm nichts bekannt und es sei fraglich, ob sich noch jemand den Job in einer Gemeinde dieser Größe antun wolle. 

Cornelius Turrey, Bürgermeister von Wesertal

Weil die bisherigen Gemeinden nach dem 31. Dezember nicht mehr existieren, gibt es dann auch keine Bürgermeister mehr. 

Der Wahlsburger Bürgermeister Jörg-Otto Quentin ging schon im August in den Ruhestand, die Amtsgeschäfte führt bis Jahres- und Gemeindeende der ehrenamtliche Erste Beigeordnete Harald Henne. 

Der jetzige Bürgermeister von Oberweser, Cornelius Turrey, wird zum 31. Dezember 2019 in den einstweiligen Ruhestand versetzt. 

Zwischen Fusion und Amtsantritt des neuen Bürgermeisters von Wesertal führt die Amtsgeschäfte ein vom Regierungspräsidium bestellter Staatsbeauftragter. Das ist Turrey, sein Stellvertreter wird Quentin sein. 

Mit der Ausschreibung der Bürgermeisterwahl wird bis Ende Januar gerechnet. Die neue Gemeindevertretung, gebildet aus den beiden jetzigen Parlamenten, entscheidet voraussichtlich im Juni über die Gültigkeit der Wahl und ernennt den Bürgermeister. Das Parlament wird 2021 neu gewählt.

FWG von Liebenau macht‘s spannend Bislang noch kein klares Bekenntnis zu Amtsinhaber Munser

Vor sechs Jahren war in Liebenau die Euphorie groß bei der das politische Geschehen bestimmenden FWG. Sie war auf Harald Munser gestoßen, der die Erfolgsstory der Freien Wahlgemeinschaft fortschreiben sollte. Er schien die Idealbesetzung als Nachfolger des nicht mehr kandidierenden Peter Lange zu sein: beruflich in der freien Wirtschaft erfolgreich, in der Großgemeine verankert und politisch aktiv im Ortsbeirat Niedermeiser. 

Harald Munser, Bürgermeister von Liebenau

Fünf Jahre später ist die Euphorie gewichen. Dabei sind es weniger grobe politische Fehler, die ihm FWG-intern vorgeworfen werden. Ihm fehle die Gabe so mit den Liebenauern umzugehen, wie es seine Vorgänger konnten, ist zu hören. Sein manchmal bestimmtes Auftreten wird ihm teils als oberlehrerhaft ausgelegt. 

Und so herrscht in Liebenau die durchaus ungewöhnliche Situation, dass die politische Kraft, die den Mandatsträger einst ins Amt half, derzeit in Warteposition ist. „Wir werden in den nächsten Wochen ein Gespräch führen und dann sehen wir weiter, was er will und was wir wollen“ sagt Bruno Fülling, langjähriger FWG-Chef und Ehrenvorsitzender. Dass es in Liebenau rumort, wurde in der Vergangenheit immer wieder deutlich, wenn Mandatsträger ihr Amt aufgaben. So viele Rücktritte wie in der Amtszeit Munser gab es nie. 

Trotz aller Differenzen aber gibt es Anzeichen dafür, dass die FWG bei Munser bleiben wird. Das werden die nächsten Wochen zeigen, sagt Fülling. Ähnlich äußert sich Munser. Er habe für sich noch keine Entscheidung getroffen. Anfang nächsten Jahres sehe man weiter. Zumindest darin besteht Einigkeit.

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