Fertigstellung Ende 2019

Hofgeismar bekommt neues 100-Betten-Hotel

Bäume sind schon gefällt: Hier soll der Hotel- und Restaurantanbau entstehen. Rechts die bestehende Ess-Bar.

Hofgeismar. Seit drei Jahren wird darüber gesprochen, jetzt ist es amtlich: In Hofgeismar entsteht ein neues Bankett- und Kongress-Hotel mit 100 Betten und über 500 Sitzplätzen.

Die Eheleute Seider, die an der Industriestraße seit 2011 erfolgreich die Ess-Bar betreiben, bauen das Hotel an den bestehenden Betrieb an.

Einen Tag, nachdem die Planungen nochmals überarbeitet wurden, stellten sie am Freitag das Projekt gemeinsam mit dem Architekten Michael Pleßmann und weiteren Akteuren der Presse vor. Der Bauantrag werde jetzt gestellt, der Baubeginn ist für den Sommer, die Fertigstellung für Ende 2019 vorgesehen.

Der Neubau, der Gästezimmer in mehreren Etagen und im 3. Obergeschoss ein Luxusappartement bekommt, soll das Hotel- und Gastronomieangebot in Hofgeismar und dem Umland beträchtlich erweitern. Laut Pleßmann wird nicht nur ein Hotel mit 46 Doppel- und Familienzimmern entstehen, auch die Restaurations-, Bankett- und Kongresskapazitäten werden auf 573 Sitzplätze erweitert, die flexibel genutzt werden können. Dadurch sind in Hofgeismar künftig problemlos Busreisegruppen unterzubringen und es können nun bei Feiern Übernachtungsmöglichkeiten angeboten werden.

Die Nachfrage in der Dornröschenstadt Hofgeismar sei enorm, bestätigte Bürgermeister Markus Mannsbarth. Sie wurde zuletzt noch verschärft durch die Schließung mehrerer Pensionen und Hotels wegen fehlender Nachfolger.

Über die Kosten des Projektes machten Viktor und Rosa Seider keine Angaben. Möglich wird die Investition durch eine nachhaltige Finanzierungsstruktur unter anderem durch Fördermittel und durch Mitwirkung der Volksbank Kassel-Göttingen.

Es waren viele Steine aus dem Weg zu räumen, bis das neue Hotelprojekt der Eheleute Seider jetzt endlich fertig für den Bauantrag wurde. Das unterstrichen die Teilnehmer der Gesprächsrunde, in der das Geheimnis um den Neubau gelüftet wurde, für den die Stadtverordneten schon vor geraumer Zeit eigens den Bebauungsplan geändert hatten.

Dann passierte lange nichts, doch das schien nur so, wie die Finanzplaner und -vermittler Klaus Rüddenklau und Marcus Kriegel sowie Thomas Thiel von der Volksbank Kassel-Göttingen jetzt schilderten. Um das Geld von der Bank und aus Fördertöpfen für den strukturschwachen Raum zu bekommen, mussten hohe Auflagen erfüllt und ein absolut überzeugender Businessplan vorgelegt werden. „Wir mussten das durchkalkulieren bis zum letzten Teelöffel und Keks“, beschreibt Marcus Kriegel die Situation. Die Planungen wurden laut Architekt Michael Pleßmann wiederholt überarbeitet, um das Hotel komplett barrierefrei (ein Komfortmerkmal für jedermann) und mit hohem Nutzwert und hochwertigem Angebot zu gestalten. Es soll ein Hotel der Kategorie drei bis vier Sterne mit Gesundheits- und Wellnessbereich entstehen, einschließlich Kinderwelt und Raucherlounge.

Gespannt auf das neue Projekt (von links): Rosa Seider, Bürgermeister Markus Mannsbarth, Erster Stadtrat Günter Ebel, Thomas Thiel (Volksbank Kassel-Göttingen), Michael Pleßmann, Stefanie Simon (Architekturbüro Pleßmann und Danielzik), Altbürgermeister Heinrich Sattler, Viktor Seider, Klaus Rüddenklau und Marcus Kriegel (Finanzplanung Rüddenklau & Partner). Fotos: Thiele

Die Zimmer lassen sich als Einzelzimmer oder mit zwei bis vier Betten nutzen. Gegenüber dem jetzigen Bestand wird der Restaurantbereich von 86 auf 168 Plätze in insgesamt vier Räumen erweitert, es kommen vier Konferenzräume hinzu (bisher einer), an Banketten können künftig 300 Personen in drei Räumen (bisher 130) teilnehmen. Es gibt kleine 18 Quadratmeter-Zimmer in Motel-One-Größe, im 2. Obergeschoss entstehen doppelt so große Appartements und im 3. Obergeschoss wird man in einem noch exclusiveren Bereich mit Dachterrasse, Whirlpool, Bar und Sauna logieren können.

Ausgelastet werden soll das Hotel laut Pleßmann durch private Feste, öffentliche Events, Kulturveranstaltungen, Kooperation mit regionalen Firmen, Wochenpakete für Handwerker und Monteure, touristische und kulinarische Saisonangebote, Gruppenreisen, Marketing über Internetportale und die Einbindung in touristische und kulturelle Aktivitäten der Region.

Bürgermeister Markus Mannsbarth sagte, dass man diesem Tag lange entgegengefiebert habe. Es handele sich nicht einfach um ein neues Hotel, sondern das wichtigste Signal für Hofgeismar seit Langem. Die Unterbringung von größeren Gruppen sei seit Jahren ein großes Problem („Der Knackpunkt“) gewesen, erst recht im Bereich Tourismus. Die Stadt werde das Projekt „absolut unterstützen“ und ihren Teil zur Belegung beitragen.

„Das Projekt ist lange gereift und jetzt ist es gut“, sagte Viktor Seider abschließend.

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