Landkreisregelung gilt für stark frequentierte Bereiche

Böllerverbot an öffentlichen Orten dient auch dem Schutz des Fachwerks

Hier dürfen keine Raketen losgelassen werden: Auf dem Marktplatz in Grebenstein gilt die Regelung des Landkreis Kassel. Vor allem für das Fachwerk-Rathaus ist diese sinnvoll.
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Hier dürfen keine Raketen losgelassen werden: Auf dem Marktplatz in Grebenstein gilt die Regelung des Landkreis Kassel. Vor allem für das Fachwerk-Rathaus ist diese sinnvoll.

Kein lautes Knallen, kein Raketenzischen: Auch 2021 bleibt eine für manche Menschen lieb gewonnene Tradition zum Jahreswechsel an öffentlichen Orten auf der Strecke.

Kreisteil Hofgeismar – Schon im vergangenen Jahr war der Verkauf von Raketen und Böllern verboten. An publikumsträchtigen öffentlichen Orten sind nur Knallerbsen und Wunderkerzen erlaubt. Wo es Böllerverbote im Kreisteil gibt, wie diese kontrolliert werden und was Anbieter von Feuerwerk dazu sagen, zeigen wir im Überblick.

Böllerverbot

Für die folgenden Kommunen hat der Landkreis individuelle Böllerverbote ausgesprochen:
Ein Feuerwerksverbot gilt in der gesamten Altstadt von Bad Karlshafen und Helmarshausen. In Grebenstein ist der Marktplatz als feuerwerksfreie Zone ausgeschrieben. Auch in einem Großteil der Hofgeismarer Innenstadt darf nicht geböllert werden. Betroffen sind Fußgängerzone, Marktplatz, Markstraße, Töpfermarkt und Mühlenstraße. In Immenhausen gilt die Regel am Marktplatz und Kirchenvorplatz Immenhausen sowie auf dem Parkplatz und Gelände des Bürgerhauses Holzhausen.

Kontrollen

Die Anfrage des Landkreises an die Kommunen, wo sich eventuell viele Menschen an Silvester ansammeln könnten, hat unter anderem folgenden Hintergrund: Hilfe bei der Kontrolle der Böllerverbote erhalten die Kommunen von der Polizei. Diese werde zum Jahreswechsel verstärkt Präsenz zeigen, erklärt Polizeisprecherin Ulrike Schaake. „Wir sind da in enger Abstimmung mit den Städten und Gemeinden.“ Besonders die Verbote an publikumsträchtigen Plätzen will die Polizei kontrollieren.

Diese Hilfe sei nötig, bestätigt Mike Carrier vom Ordnungsamt Grebenstein. „Wir wären nicht in der Lage, zu kontrollieren, da wir auch keinen Ordnungspolizisten mehr haben“, so Carrier, dessen Arbeitsplatz sich im historischen Rathaus direkt am Marktplatz befindet. Da das Gebäude ein Fachwerk ist – und es nicht das einzige am Marktplatz ist – sei es besonders gefährdet, was Feuerwerk angehe. „Passiert ist zum Glück noch nie etwas. Grundsätzlich ist die Nutzung von Feuerwerkskörpern in der Nähe von Fachwerkstätten verboten“, erklärt Carrier.

Die Stadt Trendelburg hat keine von Menschen hochfrequentierten Plätze an den Kreis gemeldet. „Da haben wir keine Notwendigkeit gesehen“, erklärt Bürgermeister Martin Lange. Trotzdem betont er, dass auch in Trendelburg mit Kontrollfahrten durch Polizei und Ordnungsamt gerechnet werden muss.

Verkäufer

Wie viele Einzelhändler ist auch die Firma Löber vom Verbot des Feuerwerksverkaufs betroffen. Das Unternehmen aus Hofgeismar verkauft in diesem Jahr auch das erlaubte Kinderfeuerwerk nicht, das vornehmlich aus Knallerbsen und Tischfeuerwerk besteht. „Das wird nämlich auf einer Palette mit Böllern und Feuerwerkskörpern geliefert“, erklärt Gartencenterleitung Ivonne Ullrich. Bestellt hatte Inhaber Olaf Löber die Böller für Silvester schon Anfang des Jahres, allerdings wurden sie aufgrund des Verbotes dann nicht geliefert. Wie Löber erklärt, bedeute das für das Unternehmen aber keine großen Einbußen im Umsatz. Er und sein Team würden den Sinn verstehen – es sei eine reine Vorsichtsmaßnahme.

Wer lieber mit Knallbonbons und Wunderkerzen ins neue Jahr starten will, bekommt diese beispielsweise im Edeka-Markt in Trendelburg. Die Raketen seien in den vergangenen Jahren zwar gut verkauft worden, wie Betreiberin Anja Müller erklärt, aber es gebe wichtigere Dinge: Gesundheit und Zusammensein. „Die Leute sind froh und dankbar, dass die Familie kommen kann und alle gesund sind“, sagt sie. Da sei das Böllern erst einmal zweitrangig. (Nela Müller, Kira Müller und Bea Ricken)

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