Besuche in Pflegeheimen fordern Einsatz

Hofgeismar: Corona-Schnell-Test kostet Zeit, Geld und Nerven

Jetzt auch in einigen Apotheken möglich: Der Corona-Antigen-Test, der innerhalb 15 Minuten klärt, ob eine Person infiziert ist. In der Hofgeismarer Hubertus-Apotheke wurde ein eigener Raum mit separatem Zugang eingerichtet. Die Mitarbeiterinnen (im Bild Claudia Fenner mit dem Teststäbchen) tragen zudem Schutzkleidung.
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Jetzt auch in einigen Apotheken möglich: Der Corona-Antigen-Test, der innerhalb 15 Minuten klärt, ob eine Person infiziert ist. In der Hofgeismarer Hubertus-Apotheke wurde ein eigener Raum mit separatem Zugang eingerichtet. Die Mitarbeiterinnen (im Bild Claudia Fenner mit dem Teststäbchen) tragen zudem Schutzkleidung.

Weil beim Betreten von Alten- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern seit Ende Januar negative Corona-Tests vorgelegt werden müssen, hatte sich die Situation verschärft.

Kreisteil Hofgeismar - „Das ist einfach nicht zu schaffen. Für einen kurzen Besuch im Pflegeheim bin ich den ganzen Tag unterwegs“, klagte vergangene Woche eine Einwohnerin aus Hofgeismar. Sie klärte gerade ab, wie sie es schaffen könnte, ihren Vater in der Altenhilfe am Gesundbrunnen zu besuchen. Die Tochter hätte nach Kassel fahren und dort für 40 Euro einen Test absolvieren und dann erst zum Besuch ins Heim fahren können.

Eine andere Frau, die ihren Vater zweimal pro Woche besuchte, hat die Besuche wegen des Aufwandes auf einmal wöchentlich reduziert, als neben der Maskenpflicht auch noch die Testpflicht hinzukam, wofür sei jedes Mal einen neuen Test beim Hausarzt machen und dafür jedes Mal einen Termin vereinbaren musste. „Diese Verordnung ist nicht durchdacht“, klagte sie gegenüber der HNA. In Nordrhein-Westfalen böten Heime Tests für Besucher gleich am Eingang in einer Schleuse an, und das kostenlos.

Immerhin gibt es seit wenigen Tagen mehr Möglichkeiten, an den notwendigen Corona-Test zu kommen. Es gab schon bisher für Menschen mit Symptomen Testmöglichkeiten am Klinikum Kassel, am Rot-Kreuz-Krankenhaus, bei Hausärzten und bei den beiden Corona-Schwerpunktpraxen in Vellmar und Baunatal. Seit Ende Januar besteht die Möglichkeit, dass Menschen ohne Symptome in einer Apotheke einen Anti-Gen-Schnelltest machen können. In der Regel sollte man sich einen Tag vorher anmelden, damit die Apotheke die Zahl der vorzuhaltenden Tests planen kann.

Lehrer und Schulpersonal sowie Erzieher können sich kostenfrei auf Corona testen lassen. Auch das Personal der Kliniken (auch der Kreiskliniken) sowie von Pflegeeinrichtungen wird regelmäßig kostenfrei auf Corona getestet. Gleiches gilt für Mitarbeiter von Arzt- und Zahnarztpraxen. Weitere Hinweise gibt es auf den Internetseiten des Kultus- und des Sozialministeriums (u. a. soziales.hessen.de/gesundheit).

„Ansonsten übernehmen Krankenkassen nur dann die Kosten für eine Testung, wenn sie ein Arzt oder das Gesundheitsamt anordnet“, sagte dazu Kreissprecher Harald Kühlborn nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt für Stadt und Kreis Kassel. Für die Selbstzahler werden Kosten beispielsweise von 35 oder 40 Euro (bei Ärzten) oder 35 oder 19,50 Euro (bei einigen Apotheken) fällig.

Im Landkreis Kassel sind Soldaten eingetroffen, die die Bundeswehr geschickt hat. Sie können auch in Pflegeheimen wie der Altenhilfe Gesundbrunnen Hofgeismar zum Beispiel für Schnelltests eingesetzt werden.

Der Landkreis habe im Vorfeld bei den Heimen im Landkreis angefragt und eine Reihe von Heimen habe Soldaten für die Testung angefordert. Kühlborn: „Letztlich ist die Frage, ob es sinnvoll ist, ob Soldaten für Corona-Tests in Altenheimen eingesetzt werden sollen, immer eine Entscheidung des jeweiligen Trägers. Aus unserer Sicht sind Soldaten dafür geeignet. Für qualifizierte Pflegeaufgaben kommen Soldaten allerdings nicht in Frage.“

Verwaltungsdirektor Klaus Vering von der Altenhilfe Gesundbrunnen rechnet damit, dass die Verhandlungen Erfolg haben und wahrscheinlich ab dem kommenden Dienstag Soldaten auch in Hofgeismar bereitstehen, um Tests bei Besuchern vorzunehmen. Laut Vering wird streng kontrolliert und nur Angehörige, die vorher entsprechend informiert wurden, werden hineingelassen.

Unterdessen gibt es bei den Apotheken eine rege Nachfrage nach den Corona-Antigen-Tests. In der Hubertus-Apotheke in Hofgeismar wurde ein eigener Raum dafür hergerichtet, vier Mitarbeiterinnen haben eine spezielle Schulung für die Abstriche in Nase und Rachen absolviert. Vor allem freitags ist der Andrang immer sehr groß, weil dann das Besuchswochenende bevorsteht und das Testergebnis maximal 48 Stunden gültig ist.

„Die Leute sind aber sehr dankbar, dass sie nicht mehr nach Kassel müssen“, sagt Apothekerin Noemi Krug. (Thomas Thiele)

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