Retter aus der zweiten Reihe

Diese vier Mediziner springen im Kreisteil Hofgeismar ein, wenn der Notarzt nicht kann

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Helfen, wenn der Notarzt nicht kann: Dr. Peter Stahl (ganz vorn), Dr. Joachim Herbst (vorn von rechts), Ralf-Christoph Seitz mit dem Chefarzt der Anästhesie an der Kreisklinik, Dr. Stefan Mähler. Es fehlt Dr. Michael Don.

Kreisteil Hofgeismar. Sie sind dran, wenn der Notarzt bereits im Einsatz ist: Die Retter aus der zweiten Reihe. 

Etwa 1200-mal im Jahr rückt im Altkreis Hofgeismar der Notarzt aus, um Menschen zu helfen. Doch was geschieht, wenn genau in diesen Momenten eine zweite Akutsituation an anderer Stelle auftritt? 

30- bis 40-mal im Jahr passiert genau das. Vier Mediziner aus dem Altkreis springen dann ein. Sie teilen sich diesen Not-Notdienst unter sich auf.

Die Ärzte stehen außerhalb der eigenen Arbeitszeit bereit

Kreisfeuerwehrarzt Peter Stahl aus Hofgeismar, Unfallchirurg Ralf-Christoph Seitz, ebenfalls aus Hofgeismar, Michael Don, Chefarzt der Klinik Lippoldsberg und der Caldener Anästhesist Joachim Herbst haben dazu ihre eigenen Strukturen geschaffen. 

Die Ärzte stehen dann außerhalb ihrer eigenen Arbeitszeiten bereit. Zwischen 18 und 6 Uhr und an den Wochenenden können die vier laut Stahl 80 Prozent der Zeiten abdecken. 

In der restlichen Zeit – und für den Fall, dass sogar ein dritter Fall parallel auftritt – wird dann Hilfe aus der Region in Anspruch genommen, meist aus Kassel, aber auch über die Landesgrenzen hinweg. 

Auch die Rettungshubschrauber aus Kassel und Göttingen können angefordert werden.

Die Rettungsschleife startet in der Leitstelle Kassel

Wird von einer Person im Kreis die 112 gewählt, landet sie zunächst in der zentralen Leitstelle in Kassel. Dort startet dann die Rettungsschleife.

Ein Notarzt wird alarmiert, parallel der nächstgelegene Rettungswagen für die Erstversorgung. Die Notärzte „aus der zweiten Reihe“ werden im sogenannten Notarztzubringerdienst von der Feuerwehr zum Einsatzort gebracht.

Die Menschen auf dem Land wählen 112 nur, wenn es nötig ist

„Die Bevölkerung in der Stadt alarmiert deutlich schneller den Notarzt“, sagt Stahl. Das sei in ländlichen Regionen anders. „Hier rufen die Menschen nur dann die 112, wenn es auch wirklich nötig ist.“ 

Von der Hausgeburt bis zum Sturz aus dem Fenster – Notärzte rücken dann aus, wenn schnelle Hilfe vor Ort gefragt ist, Patienten schnelle Versorgung brauchen oder nicht selbst den Weg ins Krankenhaus bewältigen können.  Um Unfälle handelt es sich dabei nur in etwa jedem fünften Fall.

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