Kameras gegen Kriminalität

Wegen Vandalismus am Busbahnhof: Hofgeismar diskutiert über Videoüberwachung

Hofgeismar. Nach zehnjähriger Pause ist erneut das Thema Videoüberwachung am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in der Diskussion im Stadtparlament Hofgeismar. 

Nach einem entsprechenden Antrag der CDU zur Installierung einer Videoanlage und einem Ergänzungsantrag der WSD diskutierten die Stadtverordneten kontrovers über das Thema, das von der SPD als zu überzogen eingestuft wurde.

Am Ende einigte man sich darauf, die Anträge ruhen zu lassen und sich in der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses Alternativen zur Videoüberwachung vorstellen zu lassen.

Immer wieder Vandalismus: Am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Hofgeismar gibt es immer wieder Beschädigungen an Toiletten und Gebäuden (wie hier eine zertrümmerte Glasscheibe). Jetzt ist erneut eine Videoüberwachung in der Debatte. 

Thomas Stiehl begründete den CDU-Antrag damit, dass es auch um ein höheres Sicherheitsgefühl für die Bürger gehe in einem Bereich, der „schon gemieden“ werde. Man dürfe durch Nichtstun kein Signal geben, dass man nicht mehr hinschaue, wenn etwas durch Vandalismus zerstört werde. Zugleich solle die Polizei Beweismittel erhalten, um die Täter ermitteln zu können.

Stefan Dworak (WSD) forderte ergänzend, dass der Magistrat jedem Schadenersatzanspruch gerichtlich nachgehen solle. Außerdem sollte das Ordnungsamt so ausgestattet werden, dass es an neuralgischen Punkten regelmäßig Kontrollgänge vornehmen könne. Am Hofgeismarer Bahnsteig sei inzwischen keine Scheibe mehr heil.

Die FDP zog ihre Zustimmung aus dem Ausschuss zurück. Ingo von Germeten-Neutze kündigte eine Enthaltung an, weil der CDU-Antrag die Überwachung auch auf andere Standorte erweitern wollte.

Noch weiter ging die Kritik der SPD. Ingo Pies, selbst Polizist, nannte Fakten aus Statistiken und sagte, dass man den Busbahnhof in Hofgeismar nicht als Brennpunkt bezeichnen und Hofgeismar nicht mit Kassel oder Frankfurt vergleichen könne. Im Jahr 2017 habe es in Hofgeismar 62 Sachbeschädigungen gegeben, davon ein Zehntel am Busbahnhof. Videokameras würden die Attraktivität der Stadt nicht steigern, warnte er. Frank Nikutta (SPD) ergänzte, dass eine Videoüberwachung die Probleme nur verlagern würde. Für die Rechtsprechung seien Beschädigungen an Toiletten nur eine Bagatelle.

Holger Röder-Anhalt (SPD) betonte, dass die Toiletten nachts verschlossen seien und sich der Zustand verbessert habe. Thomas Westermann (WSD) sagte, dass er alle Argumente verstehen könne, aber es fehlten Alternativen. Er schlug vor, dass Ingo Pies Alternativen vorstellen sollte, damit man besser abwägen könne, inwieweit eine Videoüberwachung nötig ist. Dem schlossen sich die anderen Stadtverordneten an.

Rubriklistenbild: © Susanna Prautsch/ dpa

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