In die letzte Runde

Regina Hohmann gibt nach 40 Jahren Flohmarkt in Alter Turnhalle auf

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Regina Hohmann, Veranstalterin

Trödelfans haben in Hofgeismar künftig schlechte Karten: Am Wochenende findet zum letzten Mal der Flohmarkt mit Herz statt.

Wir sprachen mit der Marktchefin und einer Ausstellerin über den Markt in der Alten Turnhalle am Reithagen.

1987 übernahm Regina Hohmann den Flohmarkt, den rund zehn Jahre zuvor Günter Dross gegründet hatte. Gleich in den Anfangsjahren fügte sie der Veranstaltung das Attribut „mit Herz“ bei, denn dieses habe sie stets eingebracht, sei immer gerne für ihre Aussteller und Kunden da gewesen, erklärt sie. Dass sie nach mehr als 30 Jahren nun einen Schlussstrich zieht, liegt am geplanten Abriss der Halle.

Schon länger drüber nachgedacht

„Eigentlich habe ich schon länger darüber nachgedacht, kürzer zu treten, dieses war nun Anlass für mich, hier keinen Flohmarkt mehr auszurichten.“ Immerhin werde sie bald 60 Jahre alt, habe immer noch 50 Flohmärkte pro Jahr im Kasseler Raum und außerdem sei Hofgeismar mit 40 Ausstellern ein recht kleiner Markt.

Auf die Frage nach außergewöhnlichen Vorkommnissen in all den Jahren muss sie passen. „Zu Karneval sind alle Standbetreiber mal verkleidet gekommen, mehr war aber auch nicht.“ 

Verändert habe sich allerdings die Art der Verkäufer, denn inzwischen machten auch einige der Einsamkeit wegen mit – „anstatt allein zu Hause zu sitzen, bauen sie einen Stand auf und versuchen etwas Geld zu machen.“

Persönlicher Kontakt wesentlicher Aspekt 

Der persönliche Kontakt, miteinander ins Gespräch zu kommen ist laut Hohmann sowohl für Anbieter als auch Kunden kein unwesentlicher Aspekt, einen Flohmarkt zu besuchen, denn „an der Supermarktkasse und natürlich beim Internetkauf bleibt das auf der Strecke.“

Dass die Qualität des Angebots über die Jahrzehnte nicht unbedingt besser wurde – an die Stelle von Antiquitäten, Kunsthandwerk und besonderem Trödel rückten oft alte Kunststoffschüsseln oder bunte Plüschtiere - weiß auch die Immenhäuserin Brigitte Wolf, die schon vor weit über 30 Jahren ihre Waren hier anbot. 

„Anfang der 80er Jahre sind wir von einer Wohnung in ein Haus gezogen und vieles passte einfach nicht mehr“, berichtet die 76-Jährige. All das habe sie dann versucht auf dem Flohmarkt zu verkaufen. „Natürlich habe ich am Anfang vieles zu günstig verkauft, man muss beispielsweise einfach wissen, was Muranoglas wert ist.“

Alter Hase im Geschäft

Inzwischen ist sie ein alter Hase im Flohmarktgeschäft, weiß, was sich gut verkauft und wie Preise gemacht werden: „Da Handeln auf dem Markt dazu gehört und Spaß macht, setze ich den Preis immer etwas höher an“, verrät sie. Ihre Waren bekommt Wolf vor allem aus dem Bekanntenkreis, wo mal jemand ins Altenheim zieht und somit ein ganzer Haushalt überflüssig ist oder Geschirr, Elektrogeräte oder Kleidung einfach nicht mehr gewollt werden.

Auch wenn es in Hofgeismar nun vorbei ist, so bleibt die Seniorin ihrem lieb gewonnenen Hobby treu, schließlich gebe es ja in der Region noch zig andere Möglichkeiten, Trödel an Mann und Frau zu bekommen.

Termin: Flohmarkt Hofgeismar, letzte Veranstaltung, Samstag und Sonntag, 26. und 27. Oktober, jeweils ab 10 Uhr, Turnhalle am Reithagen.

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