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Hofgeismar: Flüchtlingsbetreuung nur mit Ehrenamtlichen

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Von: Daria Neu

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Helfer unterstützen Menschen aus der Ukraine, die in Obermeiser untergebracht sind.
Helfer aus Obermeiser und Westuffeln unterstützen Menschen aus der Ukraine, die in Obermeiser untergebracht sind. Dazu zählen (von links) Anna Engelbrecht, Lotta Neumeyer und Gabi Jütte, die hier mit den Kindern Daria und Paulina aus der Ukraine Zeit verbringen. Archiv © Tanja Temme

Die Zahl der Ukraine-Flüchtlinge hat sich im Kreis auf niedrigem Niveau stabilisiert. Die Unterstützung der Flüchtlinge bleibt eine Herausforderung.

Kreis Kassel – Das bestätigt der Landkreis auf Anfrage – und zwar sowohl auf Kreisebene als auch für die Kommunen und Privatpersonen. Der Bedarf an ehrenamtlichem Engagement bleibe unerlässlich, gleichzeitig lasse dieses erfahrungsgemäß nach einer gewissen Zeit nach.

Kreissprecher Harald Kühlborn betont: „Der Landkreis Kassel ist der einzige in Hessen, der sich selbst um die geflüchteten Menschen kümmert.“ Alle anderen hätten entweder eine Hilfsorganisation mit dem Betrieb von Gemeinschaftsunterkünften beauftragt oder verteilten die Geflüchteten nach einem Schlüssel auf die angehörigen Kommunen, die sich dann um die Unterbringung und Versorgung kümmern.

„Die Betreuung von geflüchteten Menschen ist immer ein Zusammenspiel von Hauptamtlichen und ehrenamtlich Engagierten“, sagt Kühlborn. Der Landkreis versuche gemeinsam mit den Ansprechpartnern in den Kommunen, immer wieder neue Ehrenamtliche zu gewinnen. Der Landkreis mietet die Unterkünfte an, sorgt für die jeweilige Ausstattung und stellt auch Ansprechpartner für Übersetzungen zur Verfügung, erklärt Kühlborn.

Unterstützung nur gemeinschaftlich

Dass die Unterstützung von Menschen aus einem Kriegsgebiet nur gemeinschaftlich gelöst werden kann, das sehen auch die Ansprechpartner in den Städten und Gemeinden so. Grebensteins Bürgermeister Danny Sutor beispielsweise appelliert ebenfalls an das ehrenamtliche Engagement: „Es ist kein Problem, das die Politik allein lösen kann, sie kann nur die Rahmenbedingungen schaffen.“

Carsten Röhl von der Ukraine-Hilfe Wolfhagen hingegen sieht Handlungsbedarf. Als Ehrenamtlicher wisse er, dass die Aufgaben derzeit nicht weniger, sondern sogar mehr würden: „Ich wünsche mir mehr Strukturierung in puncto Kommunikation.“ Feste Ansprechpartner für die Ukrainer seien zwingend notwendig.

Sprachbarriere ist das Hauptproblem

Michael Thöne, der sich bei der Gemeinde Fuldatal um die Koordination der Hilfe für Geflüchtete kümmert, betont indes: „Es ist eine Herkulesaufgabe für alle.“ Derzeit habe er den Eindruck, dass die Organisation in Fuldatal gut laufe. Das Hauptproblem sei nach wie vor die Sprachbarriere. Da müsste dringend eine Lösung her. (Daria Neu)

Zentrale Koordinationsstelle im Landkreis

Als Ansprechpartner für die Ehrenamtlichen hat der Landkreis Kassel eine Koordinationsstelle eingerichtet, wo sich Menschen mit ihren Fragen melden können und wo gleichzeitig mit den Kommunen auch eine Information und Steuerung stattfindet, wenn neue Unterkünfte eröffnen, teilt Kreissprecher Harald Kühlborn mit. Mit dem Programm „WIR-Koordination“ können auch Unterstützungsleistungen für die Ehrenamtlichen finanziert werden, heißt es. (Daria Neu)

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