Viel Koordination nötig

Forderungen nach klaren Regeln für Besuchs-Lockerung in Altenheimen

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Dürfen bald wieder Besuch empfangen: Bewohner von Pflege- und Altenheimen können ab Montag einen Angehörigen pro Woche begrüßen. Doch der Abstand muss weiterhin gewahrt werden.

Ab kommenden Montag ist es Angehörigen gestattet, Bewohner in Alten- und Pflegeheimen zu besuchen. Doch Einrichtungen und Besucher müssen sich an strenge Auflagen halten.

Das Aufeinandertreffen darf nur wöchentlich stattfinden und beschränkt sich auf eine Person. Zudem gelten besondere Hygiene-Auflagen. Sind die Einrichtungen im Kreisteil darauf vorbereitet?

Ev. Altenhilfe Hofgeismar

„Wir hätten uns mehr Vorlauf vonseiten des Landes gewünscht“ sagt Ralf Pfannkuche, kaufmännischer Vorstand der Evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen. Es gebe so viele Details zu klären. „Und es fehlen klare Regeln vom Ministerium“, sagt Christiane Gahr, verantwortlich für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. In den nächsten Tagen käme ein „organisatorischer Kraftakt“ auf das gesamte Team zu. Schon Friseure und Fußpfleger, die am Montag wieder in den Pflegeheimen arbeiten dürfen, mussten mit den Einrichtungen Hygienekonzepte erarbeiten.

Auch die Öffnung für einen Besucher für einen Bewohner pro Woche müsse genaustens koordiniert werden. „Wir überlegen, wo das Aufeinandertreffen stattfindet, wo wir Angehörige in das Gebäude lassen, dass diese nicht anderen begegnen“, erklärt die Sprecherin. Und sie ist sich sicher: „Dadurch, dass Masken, Schutzkleidung und Abstand absolutes Muss sind und Berührungen weiterhin verboten bleiben, wird die Qualität der Begegnung eine andere sein als zuvor. Das erfordert ein hohes Maß an Disziplin, sein Gegenüber nicht in den Arm zu nehmen.“ Trotz alledem freue man sich für die Bewohner und deren Angehörige sehr.

Menetatis Calden

Im Seniorenzentrum Menetatis in Calden, in dem 65 Senioren leben, hat man gemischte Gefühle, was die Lockerung angeht. „Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Für die Bewohner ist es schön, wieder Angehörige empfangen zu können. Aber aus fachlicher Sicht ist es einen Tick zu früh“, sagt Qualitätsmanagerin Ragna Sigmund. Sie hätte gerne die Entwicklung der gesellschaftlichen Lockerungen abgewartet – vor allem wegen der Anzahl an Neuinfizierungen.

Damit die Bewohner Besuch empfangen können, wurde ein Sieben-Punkte-Plan ausgearbeitet. „Dieser enthält beispielsweise, dass nur Familienmitglieder kommen dürfen. Außerdem darf es nur eine Person sein, mit Schutzausrüstung wie Nase-Mund-Schutz und Schutzkittel“, erläutert Sigmund. Menetatis behält sich außerdem einen Ermessensspielraum vor, was die Anzahl der Besuche angeht. „Wir können ein Zusammenkommen nicht jede Woche garantieren, sondern vielleicht auch nur alle 14 Tage“, sagt Sigmund.

Das solle aber kein Problem darstellen, denn laut der Qualitätsmanagerin hätten sich die Bewohner und deren Angehörige während des Besuchsverbots als sehr verständnisvoll erwiesen.

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