Was der Gast nicht schafft, nimmt er mit nach Hause

Gastronomen werben für leer gegessene Teller

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Reste für daheim: Konstantinos Maltezas vom Restaurant „Der Grieche“ im Ratskeller in Immenhausen hat Gabriela Koschel Gyros eingepackt. Sie war satt und will sich die Speise am nächsten Tag aufwärmen. Oft werden Essensreste hier allerdings nicht mit nach Hause genommen. Martina Bujok hatte ihre Portion geschafft.

Hofgeismar. Für leer gegessene Teller will eine bundesweite Aktion werben. War der Hunger nicht groß genug, soll dem Gast das Angebot gemacht werden, die Speisen mit nach Hause zu nehmen.

Um der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken, hat das Bundesministerium für Ernährung und Wirtschaft dazu angestoßen, den Gast aktiv darauf hinzuweisen, dass es die Möglichkeit gebe, Essensreste mitzunehmen. Fast 24 Kilogramm an Nahrungsmitteln pro Gast werden jährlich in Restaurants, Kantinen oder auf Volksfesten in den Müll geworfen - diese sollen nun auf dem heimischen Teller oder wenigstens beim Haustier landen.

Im Hofgeismarer Raum wird das Projekt von vielen Gasthausinhabern begrüßt, allein schon deshalb, weil die Kosten für die Lebensmittelentsorgung recht hoch sind.

Uwe Humburg, der mit seinem Bruder Thorsten das Restaurant zum Alten Brauhaus in Hofgeismar führt, zeigt, wie sie die Reste ihrer Gäste verpacken. Mit 25 Cent kosten die Verpackungen, die Humburg als Service anbietet, den Wirt recht viel.

„Für uns ist das überhaupt nichts Neues, wir machen das schon lange so“, sagt Ulrike Heinrich vom Restaurant Forsthaus in Holzhausen. Allerdings habe sie auch die Erfahrung gemacht, dass viele das Angebot nicht annehmen würden. Dass es eine Menge Geld kostet, die Essensreste zu entsorgen, darauf weist Chefin Kirsten Reuter hin: „Knapp 2000 Euro fallen dafür im Jahr an - in eine Tonne kommt das Essen und in eine andere die Knochen.“ Früher hätten die Landwirte ihre Abfälle bekommen, doch das sei leider längst Vergangenheit. Natürlich kommt es auch im Forsthaus häufiger vor, dass Gäste selbst darum bitten, übrig gebliebene Speisen mitnehmen zu dürfen.

Ähnlich verhält es sich auch im Hofgeismarer Brauhaus. „Wenn den Gästen die Portion zu groß war, fragen wir immer, ob sie es eingepackt haben möchten“, erklärt Chef Thorsten Humburg. Wenigstens einmal pro Tag käme das vor. Sparen an den Entsorgungskosten können die Wirte dennoch nichts, denn die Verpackungen sind kostspielig. „Sollte es nur ein kleines Stückchen Fleisch sein, wickeln wir es deshalb auch schon mal nur in Alufolie ein.“ (zta)

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