Einbußen lassen sich später nicht einfach auffangen

Corona-Krise sorgt für finanzielle Engpässe bei Friseuren

Die verpassten Schnitte lassen sich nicht nachholen: Friseurmeisterin Regina Arendt beklagt eine harte Situation für eine ganze Branche.
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Die verpassten Schnitte lassen sich nicht nachholen: Friseurmeisterin Regina Arendt beklagt eine harte Situation für eine ganze Branche.

Auch Friseure leiden unter den Auswirkungen der Pandemie. Salons haben mit großen Umsatzeinbußen und deren Folgen zu kämpfen.

Für Friseure reißt die Coronakrise ein großes finanzielles Loch in den Geldbeutel. Das sagt Friseurmeisterin Regina Arend. Denn in den Zeiten der Pandemie müssen auch Friseursalons geschlossen bleiben. 

Zwar sollen sie sich, so die neuesten Äußerungen aus der Politik, auf eine Wiedereröffnung am 4. Mai unter Schutzvorkehrungen vorbereiten. Aber die bisherigen Auswirkungen durch die Schließung sind schon groß.

Einbußen lassen sich nicht wieder auffangen

Acht Mitarbeiter beschäftigt Arend in ihrem Salon in Immenhausen. So wie bei vielen anderen Unternehmen sind auch bei ihr von jetzt auf gleich die Einnahmen weggebrochen, erzählt die Friseurmeisterin. Besonders schwierig für die Friseure ist: Diese Einbußen lassen sich später nicht einfach wieder auffangen. 

Kunden, die mehrmals zum Friseur gegangen wären, brauchen nach der Krise trotzdem nur einen Friseurbesuch, damit die Haare wieder sitzen, erklärt Arend. Zusätzlich entging den Friseuren das Oster- und Konfirmations-Geschäft, das sonst viele Einnahmen bringt.

Perücken für Chemopatienten

Durch das Kurzarbeitergeld werde die derzeitige Situation bei ihr zwar gut aufgefangen, sagt Arend, doch die Einbußen seien enorm. Und das obwohl ein kleiner Teil ihres Geschäfts weiterlaufen darf. 

Ihr Salon versorgt Chemopatienten mit Perücken – eine Leistung, die von der Schließung ausgenommen ist. Für andere Friseure sei die Situation jedoch kritisch, sagt Arend, die als Obermeisterin der Friseur-Innung Hofgeismar-Wolfhagen mit Friseuren aus der Region Kontakt hatte.

"Viele Betriebe, die ihre Leistung zu billig anbieten"

Ein sehr wichtiger Faktor, wie gut ein Betrieb die jetzige Situation wegstecken könne, sei wie gut er aufgestellt ist. „Es gibt viele Betriebe, die ihre Leistungen zu billig anbieten“, sagt Arend. „Die haben kein Polster, um die Durststrecke zu überstehen.“ 

Letztendlich liege das auch an den Vorstellungen der Kunden: „Ein Haarschnitt für zehn Euro, das kann nicht funktionieren“, kritisiert Arend. Als Unternehmen könne man mit solchen Preisen nicht auf sicheren Füßen stehen.

Hilfe für massiv betroffene Betriebe

Helfen könne in der jetzigen Situation auch der Berufsverband, sagt Arend. Denn dieser informiert Mitglieder darüber, welche Möglichkeiten massiv betroffene Betriebe haben. Und die Friseur-Innung stelle relevante Informationen bereit, die Selbstständige sich sonst aufwendig selbst zusammensuchen müssten. 

Zum Beispiel wo Fördergeld beantragt werden kann und wie Betriebe Ausgaben verringern können. Beispielhaft nennt Arend eine Aussetzung der Lieferungen des Lesezirkels. Das sei eine Erleichterung für Unternehmer, denn für diese komme im Moment viel zusammen: „Es sind viele Schritte nötig, um den Betrieb auch nach der Krise wieder aufnehmen zu können“, sagt Regina Arend.

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