Hofgeismar: Ja zum Integrationshotel in alter Post

Zentrale Lage: Das zum Verkauf stehende alte Postamt an der Neuen Straße in Hofgeismar würde Platz für Hotelzimmer und Serviceräume bieten. Jetzt soll ein Konzept erstellt werden. Fotos: Thiele

Hofgeismar. In der seit Jahren nicht mehr genutzten alten Post an der Neuen Straße in Hofgeismar soll möglicherweise ein Hotel entstehen.

Auf Vorschlag der WSD-Fraktion stimmten alle Hofgeismarer Stadtverordneten dafür, dass der Magistrat gemeinsam mit der Baunataler Diakonie (BDKS) ein solches Vorhaben projektiert und einen Investor sucht. Entstehen soll ein sogenanntes Integrationshotel, bei dem behinderte und nichtbehinderte Menschen zusammenarbeiten.

Im Gebäudekomplex der alten Post ist nur noch eine Wohnung vermietet. Einige Räume waren zeitweise als Büros angemietet, sie sind aber inzwischen ebenso wenig genutzt wie die Schalterhalle und die Räume der Briefverteilung und des Paketdienstes, die ausgelagert wurden.

Stefan Dworak begründete seinen Antrag damit, dass der Hessentag gnadenlos aufgedeckt habe, dass es in Hofgeismar zu wenige Übernachtungsmöglichkeiten gebe. Da die Stadt in der touristisch aufstrebenden Grimm-Heimat mit Urwald und Tierpark sowie der evangelischen Akademie weitere Gäste anlocken werde, seien zusätzliche Übernachtungsplätze dringend nötig.

Sie seien auch im Integrativen Stadtentwicklungskonzept für die Innenstadt vorgesehen. Ein Hotel könnte diese Lücke etwas schließen und einen hässlichen Leerstand in der Stadt beseitigen.

Dazu biete sich die Einrichtung eines Integrationshotels an, das es in Nordhessen noch nicht gebe. Das nächste sei in Marburg. In einem solchen Betrieb könnten Menschen mit Behinderung einen qualifizierten Arbeitsplatz finden und die Integrationshotels hätten auch einen sehr guten Zuspruch, sagte Dworak. Zugleich könnten die Betriebe der Baunataler Diakonie wie etwa die Fleischerei und die Bäckerei das Hotel beliefern und die Caldener Wäscherei könnte die Reinigung der Wäsche übernehmen.

Der BDKS-Vorstandsvorsitzende Pfarrer Joachim Bertelmann habe bereits großes Interesse für das Projekt gezeigt. Allerdings könne die Diakonie das Hotel nur zusammen mit einem Investor betreiben, der das nötige Wissen und die Erfahrung für einen Hotelbetrieb mitbringe. Der müsse aber noch gefunden werden.

Wesentliche Kosten würden der Stadt nicht entstehen, vielmehr könne von vielfältigen Zuschussmöglichkeiten ausgegangen werden, meinte Stefan Dworak.

Der Antrag kam bei den übrigen Fraktionen sehr positiv an. Frank Nikutta (SPD) und Maik Sembowski (CDU, „Ein ganz toller Antrag, Herr Dworak“) begrüßten den Vorschlag ausdrücklich. Es wurde allerdings angeregt, auch andere Standorte zu prüfen, falls man beim Postgebäude nicht ins Geschäft komme.

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