Gewählt wird zu Hause

Jeder Fünfte hat bei der Kommunalwahl schon per Brief abgestimmt

Briefwahl: Listenkreuz oder einzelne Kandidaten wählen – bei der Kommunalwahl haben die Wähler viele Stimmen zu vergeben. Viele nutzen die Möglichkeit der Briefwahl – und vermeiden so auch einen Ansturm auf die Wahllokale am 14. März.
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Briefwahl: Listenkreuz oder einzelne Kandidaten wählen – bei der Kommunalwahl haben die Wähler viele Stimmen zu vergeben. Viele nutzen die Möglichkeit der Briefwahl – und vermeiden so auch einen Ansturm auf die Wahllokale am 14. März.

Die Kommunalwahl in Hessen ist zwar erst am 14. März, doch ein Sieger steht schon jetzt fest: die Briefwahl.

Kreisteil Hofgeismar - Zum ersten Mal überhaupt bei einer Wahl in Hessen wird es vermutlich mehr Briefwähler geben als Bürger, die ihre Stimmen im Wahllokal abgeben. Das zumindest zeichnet sich gut zwei Wochen vor dem Wahltermin ab. Jeder Fünfte hat schon gewählt. Nie zuvor waren die Briefwahlunterlagen so begehrt, wie in diesen, von Corona gezeichneten Zeiten. Kaum waren die Wahlberechtigungskarten Anfang des Monats versandt, schon setzte der Run auf die Wahlunterlagen ein. „Wir haben alle Hände voll zu tun“, sagt Daniela Pfeiffer, die beim Ordnungsamt in Hofgeismar für die Wahlen zuständig ist. Schon seit zwei Jahrzehnten ist sie mit Wahlen befasst, „so etwas habe ich aber bisher nicht erlebt.“

Ähnliches ist aus anderen Rathäusern zu hören. Angesichts der großen Nachfrage, so Lars Obermann von der Stadtverwaltung Immenhausen, „haben wir noch einmal 2500 Briefwahlunterlagen nachgeordert. „Wir rechnen damit, dass 80 Prozent der Wähler ihre Stimme per Briefwahl abgeben“, so die Vermutung. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren lag der Anteil bei 32 Prozent.

Auf 100 Prozent Briefwähler hat man sich in Grebenstein eingestellt. Zeitweise sei im Gespräch gewesen, dass die Wahl generell als Briefwahl laufen solle, begründet Christine Peckmann das Order-Volumen. Doch angesichts der Nachfrage ist man froh, gut gewappnet zu sein.

Die erwartet hohe Zahl an Briefwählern wird übrigens auch Auswirkungen auf die Zeit haben, bis das Wahlergebnis feststehen wird. Denn in den gebildeten Briefwahlbezirken werden deutlich mehr Stimmzettel auszuzählen sein, als bisher. In Hofgeismar hat man zwar die Zahl der Briefwahlvorstände von zwei auf vier erhöht, aber die Briefwahl hat auch Auswirkungen auf das Wahlverhalten. Briefwähler, so die Erfahrung aus der Vergangenheit, nehmen deutlich mehr die Möglichkeit wahr, zu kumulieren und zu panaschieren, also quer durch die Listen zu wählen. (Michael Rieß)

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