Aufträge sollen unbürokratischer vergeben werden

Hofgeismar macht’s dem Handwerk einfacher

Sie hat als erste Kommune in Nordhessen mit der Kreishandwerkerschaft Kassel ihre Vergaberichtlinien überarbeitet.

„Wir wollen den Wettbewerb, aber mit gleichen Spielregeln“, sagt Erich Horbrügger, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Kassel. Doch genau das sei bisher nicht so gewesen: Vermeintlich günstigere Konkurrenz aus Ostdeutschland und Osteuropa macht dem heimischen Handwerk das Leben schwer. Aufträge gingen in vielen Fällen an den billigsten Anbieter, nicht an den „wirtschaftlich günstigsten“.

Das liege nicht an rechtlichen Vorgaben, sondern daran, dass Rathausmitarbeitern Hilfe und Anleitung fehlte. Um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, wählten sie oft auch für Kleinaufträge das bürokratische Ausschreibungsverfahren. Aus den gleichen Gründen seien Aufträge an den billigsten Bieter vergeben worden – ohne Berücksichtigung der Folgekosten. Ein weiteres Problem des förmlichen Verfahrens war die Bürokratie. Es stehe in keinem Verhältnis, wenn man 50 Seiten für einen 350-Euro-Auftrag ausfüllen müsse – und bei der Vergabe auf der Strecke bleibe, sagt Kreishandwerksmeisterin Alexandra Kaske-Diekmann. Die Folge: „Die Resonanz des Handwerks auf öffentliche Aufträge lässt nach“, erklärt Hofgeismars Bürgermeister Markus Mannsbarth.

In Hofgeismar gehe man deshalb ab 1. Januar einen neuen Weg: Die Stadt hat explizit festgelegt, dass entsprechend hessischen Vorgaben mehr freihändige Vergaben erfolgen sollen. Kriterien, wie Serviceleistungen, sollen bei der Vergabe berücksichtigt werden. Das bedeute beispielsweise bei Kopiereranschaffungen auch zu beachten, wie teuer die Farbpatronen sind und ob ein Vor-Ort-Service geboten wird.

Rubriklistenbild: © dpa

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