Wildblumenmeer am Straßenrand

Mitarbeiter von Hessen Mobil achten bei der Pflege auf den Naturschutz

Sie freut sich über die Blüten im Spätsommer: Vanessa Freser, Auszubildende bei Hessen Mobil. Die blauen Blüten der Gemeinen Wegwarte leuchten auf einem Streifen entlang der Bundesstraße 7 bei Calden.
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Sie freut sich über die Blüten im Spätsommer: Vanessa Freser, Auszubildende bei Hessen Mobil. Die blauen Blüten der Gemeinen Wegwarte leuchten auf einem Streifen entlang der Bundesstraße 7 bei Calden.

Es ist ein Spagat zwischen Verkehrssicherheit und Naturschutz, der Dominik Hagner alljährlich bei der Pflege der Straßenränder herausfordert.

Kreisteil Hofgeismar - Auch wenn die Übersichtlichkeit der Fahrbahn Vorrang hat, so will der Leiter der Espenauer Straßenmeisterei die blühende Pflanzenvielfalt möglichst lange erhalten. Das Ergebnis ist eine farbenfrohe Optik, die man entlang der Straßenränder im Kreisteil Hofgeismar sehen kann.

Gut 300 Kilometer Bundes-, Landes- und Kreisstraßen betreut die Espenauer Straßenmeisterei im nördlichen und westlichen Landkreis betreut die Espenauer Straßenmeisterei, die von Hessen Mobil betrieben wird. „Jeden einzelnen Streckenkilometer kontrollieren wir einmal pro Woche“, erklärt Hagner. Die Straßenwärter achten bei ihren Fahrten auf die Straßenbeschaffenheit, aber auch auf den Seitenstreifen.

Pflanzen sollen sich vermehren

Denn das sogenannte „Straßenbegleitgrün“ darf die Sicht der Verkehrsteilnehmer nicht einschränken oder Verkehrszeichen überdecken. Deshalb muss regelmäßig gemäht werden. Dabei hat Hagner den Naturschutz im Blick: „Wir mähen das erste Mal zwischen Mai und Juni und das zweite Mal zwischen August und Oktober.“ Dabei achteten die Mitarbeiter darauf, dass die zeitlichen Abstände möglichst groß sind. Bereiche, die im Frühsommer als letzte dran waren, kommen im Herbst entsprechend spät an die Reihe. Hessen Mobil will die Mahd möglichst herauszögern: Die Pflanzen sollen die Möglichkeit haben, auszusamen und sich fürs nächste Jahr zu vermehren. Das Blütenmeer dient Bienen, Schmetterlingen und Käfern als Nahrungsquelle und Lebensraum. Während in vielen Gemeinden das Schnittgut nach der Bearbeitung abgesaugt wird, setzt Hessen Mobil aufs Mulchen. Das sei wirtschaftlicher, komme aber auch dem Boden zugute. Das Mahdgut wirke als natürlicher Dünger und vermindere die Wasserverdunstung.

Trotz Fahrtwind, Abgasen und Streusalz gibt es an vielen Stellen eine bunte Vielfalt entlang der Straßen: Von der blauen Wegwarte und Kratzdistel über Schafgarbe, Rotklee und Kornblume bis hin zur Wilden Möhre, Wiesenflockenblume und Kamille kann man dort einiges entdecken.

Dazu gehören auch unbeliebte Pflanzen wie das Jakobskreuzkraut. Die gelben Blüten sind zwar schön anzusehen, wegen ihrer Giftigkeit ist die Pflanze Landwirten und Pferdehaltern ein Dorn im Auge. „Wenn jemand Bedenken hat, dass es sich auf seiner Wiese ausbreiten könnte, handeln wir und entfernen es“, sagt Hagner. Er weist auch auf den Riesenbärenklau hin, der bei Kontakt Verbrennungen auf der Haut verursachen kann.

Saatgutmischung aus regionalen Samen

Dass Hessen Mobil keine Mühen für schützenswerte Pflanzen scheut, machte Gerald Gluth von der Landespflege deutlich: „Als uns ein aufmerksamer Bürger über eine seltene Orchideenart am Straßenrand aufmerksam gemacht hat, haben wir die Pflanzen auf einen passenden Standort versetzt.“

Sicherheit und Naturschutz wollen Dominik Hagner von der Espenauer Straßenmeisterei (links) und Gerald Gluth von der Hessen-Mobil-Landespflege vereinen.

Auch bei der Aussaat neuer Flächen, die bei neuen Straßenprojekten entstehen, wird bei der Saatgutmischung genau hingesehen: „Früher gab es eine Regel-Saatgut-Mischung. Heute nehmen wir eine Mischung, die aus regionalen Samen besteht und ein gutes Mischverhältnis aus Kräutern und Blumen hat“, sagt Gluth.

Hessen Mobil ist für die Pflege der Straßenränder zuständig. Feldwegeränder werden von Gemeinden oder Landwirten gemäht. (Tanja Temme)

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