Trinkwasseranlage Hofgeismar

Neue Bohrung sichert Trinkwasser – Versorgung könnte sonst knapp werden

Die Initiatoren der neuen Trinkwasseranlage: (von links) Bauamtsleiter Dirk Lindemann, Bürgermeister Torben Busse, Wassermeister Rudolf Stark, Martin Koppelberg von Geonik und Johannes Bick, Ingenieurbüro Bick.
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Die Initiatoren der neuen Trinkwasseranlage: (von links) Bauamtsleiter Dirk Lindemann, Bürgermeister Torben Busse, Wassermeister Rudolf Stark, Martin Koppelberg von Geonik und Johannes Bick, Ingenieurbüro Bick.

Als einen „fast schon historischen Moment“ bezeichnet Bürgermeister Torben Busse die ersten Drehungen des Bohrers bei Beberbeck: Dort entsteht eine neue Trinkwasseranlage.

Hofgeismar – „Ohne die neue Bohrung würden wir ab 2025 Probleme mit dem Trinkwasser kriegen“, erklärt Johannes Bick vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Hofgeismar. Die bisherigen Quellen würde nicht mehr ausreichend Wasser geben.

Das Leitungsnetz versorgt nämlich nicht nur Hofgeismar, sondern auch die Ortsteile Eberschütz und Sielen von Trendelburg mit Trinkwasser. „Das teuerste Gut, das wir haben, das Trinkwasser, wollen wir aus der Erde holen. Das wird uns über Monate beschäftigen“, sagt Bürgermeister Busse.

Eckdaten

Der Brunnen wird 230 Meter tief und hat an der tiefsten Stelle einen Durchmesser von einem halben Meter. Zeitgleich mit der Bohrung wird die Innenwand gebaut, sodass der Brunnen nach dem Bohren vollständig fertig ist. Das 3,7 Millionen teure Projekt werde dann an die vorhandene Trinkwasserversorgung angeschlossen werden – wenn der Brunnen genug Wasser liefert.

Baustart

Bevor sich der Bohrer jedoch das erste mal gedreht und die erste Erde aus dem Loch geholt hatte, hatte Bürgermeister Busse genau diesen mit einem Schnapsglas voll Nordhäuser Korn gegossen. „Ohne das geht nichts“, sagt der Bürgermeister – für eine erfolgreiche Bohrung.

Standort

Die Trinkwasseranlage entsteht etwa einen Kilometer südlich von Beberbeck – am Giesbach.

Bereits im Jahr 2018 wurde die Firma Geonik GmbH aus Niestetal, die für den Standortvorschlag und die Brunnenplanung zuständig waren, von der Stadt Hofgeismar beauftragt. Die Herausforderung: einen Standort zu finden, der genug Wasser mit guter Qualität bietet. Dieser Standort sei dafür gut geeignet.

„Wasser, das vor hunderten von Jahren im Reinhardswald abgesickert ist, fließt jetzt nach Norden in Richtung Hofgeismar. Dieses Wasser wollen wir erreichen“, erklärt Martin Koppelberg von Geonik.

Im westlichen Teil von Hofgeismar sei zum Beispiel zu viel Kalkgestein im Boden, sodass das Wasser ständig entkalkt werden müsste. Das Wasser aus dem Standort am Giesbach sei Grundwasser, welches eine so hohe Qualität habe, wie die Bevölkerung es in der Umgebung gewohnt ist.

Testphase

Ob der Brunnen endgültig in Betrieb genommen werden kann, sei jedoch erst im Frühjahr 2022 zu sagen. „Es besteht ein minimales Restrisiko, dass wir nicht genug Wasser bekommen. Das ist die Natur, da bringen uns die besten Berechnungen nichts“, erklärt Bürgermeister Torben Busse.

Die Bohrung werde bis April des nächsten Jahres andauern. Danach soll es eine Testphase geben, erklärte Busse. Dabei soll getestet werden, ob der Brunnen genug Wasser liefert, und das über einen längeren Zeitraum.

Der Wunsch der Stadt: eine Förderrate von 130 Kubikmeter, also 130 000 Liter, Wasser pro Stunde. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass es klappt“, sagt Koppelberg.

Erst danach werde ein Bauwerk auf das Grundstück gesetzt. Das gewonnene Wasser wird dann in einen Zwischenbehälter gepumpt, der nach der Testphase gebaut werden soll, und danach in Hofgeismar auf Wasseraufbereitungsanlagen verteilt wird. (Kira Müller)

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