"Mammutaufgabe" für die Spitze

TSG Hofgeismar: Neuer Vorstand will Kontinuität

+
Ein Aushängeschild der TSG Hofgeismar: Die Turnjugend (Tuju) ist über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt und tritt bei vielen Wettbewerben auf. Mit der Abteilung Turnen begann im Revolutionsjahr 1848 die traditionsreiche Geschichte des Vereins.

Hofgeismar. Mit 1600 Mitgliedern ist die TSG Hofgeismar der größte Verein der Stadt und einer der mitgliederstärksten im ganzen Landkreis.

Reinhard Priem

Mit einem Jahresumsatz von rund 200.000 Euro ist er mit einem kleineren mittelständischen Betrieb zu vergleichen.

Solch ein Verein benötigt professionelle Strukturen. Doch die drohten im November nach dem überraschenden Ausscheiden des Vorsitzenden Johannes Weber, der nur acht Monate im Amt war, ins Wanken zu geraten. Denn über Wochen fand sich niemand bereit, das Amt zu übernehmen. Die Vakanz an der Spitze ließ manchen sogar an der Zukunftsfähigkeit des Vereins zweifeln, denn nach dem Vereinsrecht braucht jeder Verein einen verantwortlichen Vorstand.

In dieser Situation ließ sich schließlich der Ehrenvorsitzende Reinhard Priem noch einmal in die Pflicht nehmen. Der 57-Jährige, der schon von 1994 bis 2002 Vorsitzender gewesen war, ließ sich vergangenen Donnerstag von einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wählen. „Er hat eine Mammutaufgabe übernommen“, sagt sein Stellvertreter Rainer Schütz und fügt anerkennend hinzu: „Auf seinen Erfahrungsschatz können wir nicht verzichten.“ Mit Schütz und Petra Krick stehen Priem gleich zwei erfahrene Sportler als Stellvertreter zur Seite.

Nach den Turbulenzen der vergangenen Monate und den kurzen Amtszeiten seiner Vorgänger will Priem mit dem neuen Vorstand nun „für mehr Kontinuität sorgen“ und „Ordnung reinbringen“. Glücklicherweise seien nun auch jüngere Leute im Vorstand, die dabei helfen.

Rainer Schütz

Das neue Führungsteam, zu dem auch Christoph Dettmar als Kassierer gehört, will den Gemeinsinn im Verein und den elf Abteilungen fördern. Die „föderalistische Struktur“, mit den weitgehend eigenständigen Abteilungen, habe zwar viele Vorteile, aber darunter leide die Identifikation mit dem Hauptverein, hat Priem analysiert. Daran wolle man künftig arbeiten.

Als eine andere Baustelle hat der neue Vorstand die Fußballabteilung identifiziert. Nachdem der Vorsitzende Klaus Otto dort das Handtuch geschmissen hat, ist die Abteilung führungslos. „Da müssen wir uns als nächstes drum kümmern“, sagt Priem. Denn in dieser Abteilung stecke zwar einiges an Konfliktpotenzial, „aber hier wird auch gute integrative Arbeit geleistet“. Wenn Kinder mit Migrationshintergrund hier Fußball spielten, sei auch Sozialarbeit gefragt, die die Sparte leiste.

Wenn die nun anstehende Konsolidierung abgeschlossen ist, werde man zusammen mit den Sparten neue Projekte angehen und vielleicht auch weitere Abteilungen aufbauen. Und zum Hessentag werde man mit eigenem Programm dabei sein, ist sich der neue Vorstand einig. (geh)

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.